E-Books sind out
Kaum jemand will einen Roman am PC lesen

Die Begeisterung für die elektronischen Bücher ist nun endgültig verflogen. Es gibt kaum jemand, der seine Augen über Hunderte Seiten am Bildschirm strapazieren möchte. Zu anstrengend, zu ungemütlich, zu wenig Leseerlebnis.

HB FRANKFURT/MAIN. Noch vor ein paar Jahren war das anders - die Euphorie war groß: Mit viel Pomp wurde noch im Jahr 2000 in der Frankfurter Oper der "International E-Book Award" verliehen und auf der Buchmesse eifrig über das Aussterben des gedruckten Wortes diskutiert. Bereits zwei Jahre später war der mit 100 000 US-Dollar dotierte Preis sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden - die Debatten über die Zukunft des gedruckten Buches sind verstummt.

Nun ist wieder Buchmesse, die neuen Werke von Umberto Eco, Martin Walser und Donna Leon haben eines gemeinsam: Sie stehen als konventionelles Buch im Rampenlicht und werden so überwiegend geordert. Der Markt spricht eine unmissverständliche Sprache: Gut im E-Book-Geschäft laufen Ratgeber, Fach- und Sachbücher, die sich um Wirtschafts-, IT- und Technik-Themen drehen. "Die zweite große Säule sind Science-Fiction- und Fantasie-Titel, die gewissermaßen den Groschenroman ablösen und unterwegs auf PDAs gelesen werden", hat Werner-Christian Guggemos, Geschäftsführer der Münchner Online-Verkaufsplattform Ciando. com, beobachtet. Guggemos sieht historische Themen und "später eventuell" Belletristik diesen Vorreitern folgen.

Noch deutet aber darauf nichts hin. Zweifel sind angebracht. Wenn überhaupt die leichte Muse digitale Verbreitung finden sollte, dann allenfalls als Dateien für Handhelds, nicht für PCs und Laptops, ist sich Guggemos sicher. Tödlich seien spezielle Endgeräte: "Alle immer noch andauernden Versuche mit neuen Lesegeräten sind zum Scheitern verurteilt. Der User sieht nicht ein, weshalb er ein weiteres Gerät zum Lesen kaufen soll, wo er doch über einen PC, Laptop oder ein PDA verfügt", sagt Guggemos.

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