E-Business
Erster reiner Internet-Versicherer legt los

Bei Mamax sind Vertreter offline. Die Tochter der Mannheimer startet den ersten reinen Web-Versicherer. Weil alles online läuft, sollen die Policen günstig sein. Die Vertreter sind bei diesem Vertrieb kaltgestellt.

kun/usk DÜSSELDORF. Der Slogan auf der Mamax-Startseite im Internet lautet: "Mamax.com. Eine Versicherung bewegt sich." Doch gestern, am offiziellen Starttag der Internet-Tochter der Mannheimer AG, Mannheim, bewegte sich lange Zeit gar nichts. Zu sehen war nur ein gelber Wimpel mit dem Namen der neuen Versicherung sowie ein paar Zeilen Text, die um "etwas Geduld" baten.



Umso agiler präsentierte sich gestern Hans Schreiber, der Vorstandsvorsitzende der Mannheimer Holding AG. Er hatte in den Roten Saal des Mannheimer Schlosses geladen und stellte das Konzept des ersten echten Internet-Versicherers vor. Echt deshalb, weil zwar bereits einige Gesellschaften Online-Abschlüsse anbieten; deren Tarife unterscheiden sich aber nicht von denen, die praktisch jeder Versicherungsvertreter mitbringen kann. Der Online-Kunde spart der Versicherung in so einem Fall zwar Arbeit, er selber spart aber nichts bei der Prämie.



Bei der Mamax Lebensversicherungs-AG sei das anders, hieß es gestern. In die Tarife seien keine Provisionen einkalkuliert, ein Vertreter könne daran nichts verdienen. Deshalb sei das Angebot günstig. Mamax offeriert zunächst Rentenpolicen, im November sollen Risikoleben-, Kapitalleben sowie Berufsunfähigkeitsversicherungen folgen. "Nach unseren Studien", so sagte der Mamax-Vorstandsvorsitzende Klaus Bohn, "wird die Mamax-Rentenpolice immer unter den ersten zehn Anbietern zu finden sein." Das ist vor allem als Kampfansage an Gesellschaften wie Cosmos, Europa oder Neue Leben zu verstehen, die bei Rankings meist als Top-Anbieter gekürt werden.



Aber auch der Mannheimer-Vertrieb dürfte schlucken. Denn Mamax sieht sich keineswegs als Konzernanhängsel für einige Internet-Freaks. Die Geschäftsziele sind ehrgeizig: "Bis 2006 werden wir unsere Mutter überholen", prognostizierte Vorstandschef Klaus Bohn. Die Beitragseinnahmen der Neugründung sollen dann eine Milliarde DM erreicht haben. Neben den geringen Kosten setzt Mamax dabei auf Transparenz. Der Interessent soll sehen können, dass die Kosten gering sind. Die einzelnen Prämienbestandteile (Kosten für Verwaltung, Kosten für die eigentliche Versicherung, der Sparanteil) würden genau ausgewiesen, hieß es.



Nach der HUK-Coburg Leben ist die Mamax damit der zweite deutsche Lebensversicherer, der seine Kalkulation so offen legt. Die meisten Gesellschaften sträuben sich vehement dagegen - wohl vor allem deshalb, weil bei ihnen u.U. der Ausweis von Abschluss- und Verwaltungskosten abschreckend wirken könnte.



"Von der Konkurrenz werden wir sicher viel Prügel einstecken müssen", sagte Hans Schreiber, der im Aufsichtsrat der Mamax sitzt. "Wer online abschließt, der braucht keinen Berater mehr, er hat aber einen Anspruch auf volle Transparenz", so Schreiber weiter.



Ganz ohne Papier geht es auch bei der Mamax noch nicht. Der Antrag aus dem Web muss vom Kunden ausgedruckt und unterschrieben per Post an den Versicherer geschickt werden. Wenn aber die elektronische Signatur in Deutschland als rechtswirksam erklärt werde, dann wolle Mamax der erste Versicherer sein, bei dem ein Abschluss ausschließlich im Netz möglich sei.



Bis Redaktionsschluss war aber auf der Seite der sich bewegenden Versicherung gestern noch gar nichts möglich.

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