E-Commerce Dienstleister
Adori AG trotz Umsatzsprung mit mehr Verlust im Quartal

Der Internetdienstleister Adori hat im dritten Quartal Umsatz und Verlust gesteigert. Bis Ende Juni 2001 will das Unternehmen die Anzahl seiner Internetshops von 45 auf 107 steigern. Noch immer notiert die Adori Aktie weit unter dem Emissionspreis.

Reuters REGENSBURG/MÜNCHEN. Die am Neuen Markt notierte Adori AG hat trotz eines Umsatzsprungs und zusätzlicher Investitionen den Verlust im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 (zum 30. September) ausgeweitet. Der Umsatz sei auf 3,1 (1999/00: 1,0) Mill. DM gestiegen, teilte der E-Commerce-Dienstleister aus Regensburg am Montag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Das Ebit sei auf ein Minus von 2,5. Mill. DM gegenüber einem Minus von 1,8 Mill. DM im Vorjahreszeitraum abgerutscht, liege jedoch für das traditionell schwache Sommerquartal im Rahmen der für das Gesamtjahr gegebenen Prognosen.

Das Unternehmen rechnet für das ganze Jahr mit einem Umsatz von 32 Mill. DM und einem Fehlbetrag von 3,3 Mill. DM. In einigen Monaten sollen sich aber bereits schwarze Zahlen ergeben. Vor allem vom Weihnachtsgeschäft verspricht man sich einen Schub. "Da trennt sich die Spreu vom Weizen", sagte Kreidl. 1999/2000 hatte Adori vor Steuern und Zinsen einen Verlust von 7,8 (3,7) Mill. DM erwirtschaftet. Die Gewinnschwelle will Adori im Geschäftsjahr 2001/02 überschreiten.

Bis Ende Juni 2001 wolle der Regensburger E-Commerce-Dienstleister 107 E-Commerce-Shops betreiben, sagte Vorstandschef und Firmengründer Stefan Kreidl am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in München. Gegenwärtig seien es 45. Trotz zusätzlicher Investitionen von 700 000 DM sei der Verlust im ersten Quartal 2000/01 bei einem verdreifachten Umsatz nur um 38 % auf 2,5 (1,8) Mill. DM gestiegen. Von Januar 2001 will Adori die Expansion ins Ausland angehen.



Fusion nicht unwahrscheinlich

Im Inland wolle sich Adori vor allem in der Logistik und im "Front-end" verstärken, sagte Vorstandsmitglied Martin Kagerer. Darüber liefen bereits konkrete Verhandlungen. Auch eine Fusion zwischen E-Commerce-Dienstleistern betrachtet Kagerer als nicht unwahrscheinlich". Adori wolle dabei eine aktive Rolle spielen. Interesse an einer Übernahme des Kooperationspartners Internolix, der gleichfalls am Neuen Markt notiert ist, bestehe aber nicht. Für Internolix-Kunden bietet Adori seit September Logistik-Lösungen an. Im Ausland, zunächst in Großbritannien, Frankreich und Skandinavien, sind zunächst Partnerschaften mit anderen Anbietern geplant. Übernahmen ließen sich in jedem Fall aus der eigenen Liquidität finanzieren, hieß es.

Daraufhin legte die Adori-Aktie im Parketthandel am Montagmittag um 3,5 % auf 7,35 Euro zu und entwickelte sich damit besser als der Neue Markt. Damit liegt der Titel aber noch immer weit unter seinem Emissionspreis von 13,50 Euro.



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