E-Commerce-Unternehmen auch im zweiten Anlauf glücklos
Krisenstimmung bei LetsBuyIt.com: Ausgabepreis wird überprüft.

Stunden vor dem geplanten Börsengang muss womöglich der Emissionspreis gesenkt werden. Zuvor war bereits die Emissionsbank Sal. Oppenheim von der Fahne gegangen.

Rtr/HB STOCKHOLM/DÜSSELDORF. Der Internet-Händler LetsBuyIt.com will an seinem für Mittwoch geplanten Gang an den Neuen Markt festhalten, die Festsetzung des Ausgabepreises der Aktien jedoch neu untersuchen lassen. Die Preisfindungsspanne von sechs bis sieben Euro liege in einem vernünftigen Rahmen, verschiedene Alternativen zur Preisfindung über das Bookbuildingverfahren würden aber in Betracht gezogen, sagte Magnus Wilkman, verantwortlich für den Bereich Nordic bei LetsBuyIt.com, heute in Stockholm. Im vorbörslichen Graumarkt werden die Aktien derzeit zwischen 5,50 und 6,00 Euro gehandelt.

Das Unternehmen hatte die Zeichnungsfrist für die bis zu 19,2 Millionen Aktien bereits um einen Tag auf den 11. Juli verlängert. Heute hatte die "Financial Times Deutschland" noch berichtet, der Börsengang verlaufe nach Plan, obwohl das zum Emissionskonsortium zählende Bankhaus Sal. Oppenheim sich zurückgezogen habe.

Der Börsengang wird nun von der Investmentbank Robertson Stephens, der DG Bank und der VEM Virtuelles Emissionshaus AG begleitet.

Sal. Oppenheim hat sich schon vorigen Montag aus dem Konsortium verabschiedet

Auf Anfrage sagte Wolfgang Jensen, Managing Director bei Sal. Oppenheim, die Entscheidung, Letsbuyit.com nicht an die Börse führen zu wollen, sei überbewertet worden. Das Bankhaus habe seine Entscheidung dem Emissionsführer im übrigen schon vorigen Montag mitgeteilt. Warum die Information erst Tage später an die Öffentlichkeit gegeben worden sei, wisse er nicht.
Die Entscheidung, sich aus einem Konsortium zurückzuziehen, bezeichnete Jensen als "nicht häufig, aber auch nicht ungewöhnlich". Auf die Frage nach den Gründen für den Ausstieg aus dem Konsortium sagte Jensen: "Wir halten das für nicht so wichtig und müssen deshalb keinen Kommentar abgeben."

Eine Sprecherin des Virtuellen Emissionshauses verweigerte mit Verweis auf einen Vertrag mit der Investmentbank Robertson Stephens jeden Kommentar. "Wir können das prinzipiell nicht kommentieren", sagte sie. Von Robertson Stephens war zunächst kein Kommentar zu bekommen.

Am grauen Markt wurden für Letsbuyit.com zuletzt zwischen 5,50 und 6,00 Euro geboten. Der Emissionserlös läge damit bei 105,5 bis 115,2 Mill. Euro. Zur Zeichnung wurden 16,7 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung angeboten. Weitere 2,5 Mill. Aktien werden als Greenshoe bereit gestellt.

Rückzieher Anfang Mai

Ursprünglich hatte Letsbuyit.com bereits im Juni an den Neuen Markt gehen wollen. Am 25. Mai hatte das Unternehmen dann bekannt gegeben, der Börsengang werde des schlechten Börsenumfeldes wegen verschoben. Bei institutionellen Anlegern sei die Aktie aber auf großes Interesse gestoßen. In der gleichen Woche hatte mit GMX noch ein weiteres Unternehmen aus dem Business-to-Consumer-Segment den Börsengang abgesagt.

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