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E-Commerce-Vorstand soll Karstadt Quelle im Internet nach vorne bringen

Europas größter Warenhauskonzern hat Großes vor: Mit einem 10-Punkte-Plan sollen die Kosten gesenkt und bis 2003 das Ergebnis vor Steuern mehr als verdreifacht werden. Analysten: Kaufhäuser müssen attraktiver werden

Reuters DÜSSELDORF. Der Karstadt-Quelle-Konzern will seine Kosten senken und mit einem gestrafften Vertrieb kräftig wachsen. Wie der neue Vorstandschef Wolfgang Urban am Dienstag in Düsseldorf sagte, will Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern mit einem 10 Punkte umfassenden "Wertsteigerungsprogramm" seinen Nettoumsatz von 29 Mrd. DM in 1999 auf 36 Mrd. DM im Jahr 2003 steigern. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) solle auf über 1,4 Mrd. DM zulegen. Die EBT-Marge solle von 1,5 % im vergangenen Geschäftsjahr auf vier Prozent bis 2003 erhöht werden. Kernpunkt des Programms sei die Verknüpfung aller Vertriebskanäle und Branchen in einem Multi-Channel-Netzwerk.



Aus Warenhäuser werden Themenhäuser

Im Warenhausbereich will der Konzern nach Urbans Worten das Ergebnis deutlich erhöhen. Dies soll geschehen durch eine verstärkte Zentralisierung und Standardisierung vor allem in der Logistik, Verwaltung und im Immobilien-Management. Die Immobilien würden in eine konzerneigene Gesellschaft ausgegliedert, sagte Urban. In diesem Jahr sollen insgesamt 16 Warenhäuser zu Themenhäusern umgebaut werden. Ziel sei insgesamt die Umrüstung von 120 Filialen.



Geschäft mit der Kundenkarte soll ausgebaut werden

Im Rahmen der Vernetzung der Vertriebswege wolle der Konzern mit seiner Karstadt-Kundenkarte in neue Größen vorstoßen. Die Zahl der Kartenbesitzer soll von derzeit mehr als 3,5 Mill. Kunden bis 2002 auf zehn Mill. verdreifacht werden. Durchschnittlich kaufe ein Kartenbesitzer derzeit für 54 DM ein, während die Kunden ohne Karte nur 28 DM pro Einkauf ausgeben würden. Derzeit würden bereits 22 % des Umsatzes über die Kundenkarte erzielt, sagte Urban.



Neue Dienstleistungsgesellschaft geplant

Bei den beiden weiterhin selbstständigen Versandhandelstöchtern Quelle und Neckermann sei die Gründung einer gemeinsamen Dienstleistungsgesellschaft geplant. In das neue Unternehmen sollen die Logistik und sämtliche mit dem Versand zusammenhängende Dienstleistungen eingebracht werden, um die sich bietenden Synergien der beiden Versender stärker zu nutzen. Im Ergebnis sollen die Restrukturierungsmaßnahmen im Warenhaus und im Versand bis 2003 ein Netto-Potenzial von 500 Mill. DM bringen, sagte Urban.



Mehr Umsatz durch Mode und Sport

Als Wachstumsträger nannte Urban die Bereiche Mode und Sport. Um die Marktstellung im Modebereich zu verbessern, sei die Übernahme der Aktienmehrheit des Mode-Filialisten SinnLeffers AG geplant. Die Zahl der Sportfilialen solle von derzeit knapp 300 Filialen auf über 400 in den kommenden fünf Jahren steigen, kündigte Urban an. Der Umsatz im Sportbereich solle sich auf rund 2,5 Mrd. DM mehr als verdoppeln.

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