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E-Mail an den Lieben Gott

Kölner Geistliche machen ihn möglich: den virtuellen Diskurs mit dem Herrn...

Kann man dem Lieben Gott eine E-Mail schicken? Man kann, wenn auch über einen kleinen Umweg, und der führt nach Köln. Dort haben katholische Würdenträger etwas möglich gemacht, was man bislang andernorts im Netz vergeblich suchte: den virtuellen Diskurs mit dem Herrn.

Die Kirche richtete vor etlichen Wochen eine Homepage ein, auf der sich Deutschlands berühmteste Kirche präsentiert: Der Kölner Dom. Der gotische Riese mit den zwei Türmen, Stolz aller Kölner und Sinnbild der Deutschen Einheit, lädt auf seiner Seite (www.koelner-dom.de) zum Besuch ein. Beim Stöbern auf der Seite fand ich in diesen besinnlichen Tagen zwischen den Jahren nicht nur Informationen zu Führungen und Öffnungszeiten, eine Anfahrtsskizze und Infos zur Geschichte des Doms, sondern unter dem Navigationspunkt "Aktuelles" ein Virtuelles Fürbittbuch.

Jeden Freitag, heißt es da, werde ein Gottesdienst gefeiert "in dem wir besonders die Anliegen in unsere Fürbitten einschließen, die in der vergangenen Woche in das Virtuelle Fürbittbuch des Domes eingetragen wurden". Darunter findet sich ein weißes Eingabefeld und ein grau unterlegtes Klickfeld "Fürbitte abgeben". Ausdrücklich werden die Gläubigen aufgefordert, ihr "Anliegen schriftlich" einzubringen. Wer also eine Fürbitte auf dem Herzen hat, kann auf diesem Weg seiner seelischen Not Abhilfe schaffen.

Ein mutiges Projekt für eine Organisation wie die katholische Kirche, die in etlichen gesellschaftlichen Fragen Positionen bezieht, die von vielen Menschen nicht gerade als modern oder fortschrittlich empfunden werden. Vielleicht ist es aber auch nur ein Vorurteil meinerseits, dass Kirche und Internet nicht so recht zu einander passen. Schließlich ist das Netz eben nur ein Medium. Und die katholische Kirche hat schon immer Medien gemacht: Zeitung (Osservatore Romano), Radio (Radio Vatican) und jetzt eben Internet. Wer dieses Medium nicht interaktiv nutzt, hat es nicht verstanden. Die Initiatoren von Koelner-Dom.de haben es verstanden.

Eines freilich kann ich mir nicht vorstellen: Dass katholische Gläubige demnächst auch ihre Beichte via Netz abgeben können. Aber vielleicht täusche ich mich auch da...

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