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E. Multi verliert Hälfte des Grundkapitals

Der Anbieter von Online-Gewinnspielen E. Multi Digitale Dienste hat nach eigenen Angaben durch eine Abschreibung mindestens die Hälfte seines Grundkapitals aufgezehrt und will sich mit seinem neuen Großaktionär Eurotip komplett zusammenschließen.

rtr ETTLINGEN. "Es zeichnet sich eine vollständige Übernahme von e.multi durch Eurotip ab", sagte E. Multi-Vorstandschef Matthias Gärtner am Donnerstag. Die Firma befindet sich den Angaben zufolge derzeit in einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm. Als nächste Schritte seien vorgesehen, zunächst vier Unternehmen der Eurotip-Gruppe in Form einer Sacheinlage gegen die Ausgabe neuer Aktien in e.multi einzubringen. Dieser Prozess solle im Sommer 2002 abgeschlossen sein. Bis dahin werde e.multi weitestgehend unproduktiv sein und durch ein Darlehen von Eurotip finanziert werden.

Parallel dazu solle die 51-prozentige E. Multi-Tochter bet-at-home.com nun vollständig übernommen werden, hieß es weiter. Aus E. Multi solle dann die Eurotip Sportwetten AG werden, den Angaben zufolge der erste in Deutschland börsennotierte Buchmacher und Wettanbieter. Alle hierzu notwendigen Beschlüsse sollen auf der Hauptversammlung im Juni gefasst werden. Der Vorstand unterstütze die Übernahme, da er in ihr eine gute Perspektive für die E. Multi-Aktionäre sehe, sagte Gärtner. Das bisherige Geschäftsmodell von e.multi habe nicht so funktioniert wie erwartet, weshalb in dem Zusammenschluss mit Eurotip eine gute Variante gesehen werde.

Nach der Vorstellung von Eurotip als neuen Mehrheitsaktionär Anfang März hatte es an der Börse wiederholt Spekulationen über eine vollständige Übernahme von e.multi gegeben. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Unternehmen der Eurotip-Gruppe den Angaben zufolge Wettumsätze von mehr als 40 Mill. ? erwirtschaften. Das geplante Ergebnis soll mit zwei Mill. ? deutlich im positiven Bereich liegen.

Die Firma teilte weiter mit, der E. Multi-Vorstand habe sich auf Grund der Ablehnung des Antrags auf Fristverlängerung zur Abgabe des Jahresabschlusses 2001 durch die Deutsche Börse dazu entschlossen, das von der insolventen Tochter Argos Medien AG unterhaltene Werbe-Luftschiff fast komplett abzuschreiben. Dies führe zu einem Verlust von mindestens der Hälfte des Grundkapitals von 3,6 Mill. Aktien. Die bislang getätigten Sonderabschreibungen auf das Luftschiff belaufen sich Gärtner zufolge auf 2,7 Mill. ? "Das hat keinen Einfluss auf die Liquidiät und ist ein rein buchhalterischer Vorgang", fügte er hinzu. Argos hat früheren Angaben zufolge ein Luftschiff mit Kameratechnik unterhalten, das bis Oktober 2001 von einer deutschen Großbank als Marketing- und Werbeinstrument angemietet worden war. Nach Vertragsende war es Argos nicht gelungen, einen neuen Kunden zu gewinnen.

Die E. Multi-Aktie verlor bis zum Nachmittag mehr als vier Prozent auf 0,47 ? Zeitweise war der Kurs bis auf 0,58 ? gestiegen. Zwischenzeitlich setzte die Börse die Aktie wegen der Mitteilung vom Handel aus.

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