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E.ON bestätigt Wachstumspläne im Gasgeschäft

Die E.ON AG will neben ihrem Stromgeschäft auch das Gasgeschäft ausbauen. Angesichts des zu erwartenden Konzentrationsprozesses in der Branche habe der Konzern daran ein "natürliches Interesse", sagte ein Sprecher am Mittwoch in Düsseldorf.

Reuters DÜSSELDORF. Vor diesem Hintergrund sei die Ruhrgas AG ein interessanter Partner für künftige Kooperationen. Bei der Ruhrgas hieß es, geplante Veränderungen im Aktionärskreis seien nicht bekannt. E.ON ist über ein kompliziertes Beteiligungsgeflecht derzeit bereits mit rund 20 % an dem Essener Gas-Großhändler beteiligt. In der Presse war berichtet worden, E.ON verhandele mit mehreren Miteigentümern über den Kauf von deren Anteilen.

Konkret wollte sich bei E.ON niemand dazu äußern, ob - und gegebenenfalls mit wem - derzeit über einen Anteilsverkauf gesprochen werde. Die "Financial Times Deutschland" hatte über Verhandlungen mit ThyssenKrupp und der britischen Vodafone Plc als neuer Eigentümerin der Mannesmann AG berichtet. ThyssenKrupp dementierte solche Gespräche. Der Mischkonzern wie auch Vodafone und E.ON haben ihre Anteile an Ruhrgas in einem Pool, der Bergemann GmbH, gebündelt. E.ON ist direkt an Bergemann mit 0,2 % beteiligt, indirekt über ihre knapp 40-prozentige Beteiligung an der RAG AG, die mit knapp über 50 % die Mehrheit der Stimmrechte bei der Bergemann hält.

Der von allen Bergemann-Eigentümern geschlossene Pool-Vertrag ist ein gut gehütetes Geheimnis. Aus Kreisen der betroffenen Unternehmen heißt es aber, verkaufswillige Partner müssten jedem anderen Eigentümer den in Rede stehenden Anteil anbieten. Hier könnte nach Auffassung von Branchenkennern eine Hürde für mögliche Expansionspläne von E.ON liegen. An Bergemann ist auch noch die Gelsenberg AG beteiligt, die zur Deutschen BP gehört. Diesem Vertreter der Mineralölwirtschaft könnte es unter Umständen ungelegen kommen, wenn E.ON bei Ruhrgas das Sagen bekommen sollte. Während die Ruhrgas-Beteiligung über Bergemannn nämlich für Eigner wie ThyssenKrupp oder Vodafone nur eine, wenn auch lukrative, finanzielle Beteiligung sei, könnte es für BP eine strategische sein.

Bereits im Mai hatte RWE seinen über Bergemann gehaltenen Ruhrgas-Anteil von durchgerechnet 3,5 % der inzwischen in E.ON aufgegangenen Veba angeboten. Die Essener erfüllten damit einen Teil der kartellrechtlichen Auflagen für ihre Fusion mit VEW. Indirekt hat RWE aber noch durch ihre rund 30-prozentige Beteiligung an der RAG Einfluss auf die Ruhrgas. Dieser soll nach einem Vorabbericht des Magazins "Capital" aber künftig per Vertrag ausgeschlossen werden. RWE-Chef Dietmar Kuhnt habe sich gegenüber E.ON-Chef Ulrich Hartmann verpflichtet, bei RAG in allen Ruhrgas betreffenden Fragen wie E.ON zu stimmen. Bei RWE hieß es hierzu, diese Vereinbarung datiere aus dem vergangenen Juni und sei im Zuge der Entflechtungsvereinbarungen getroffen worden. Hans-Dieter Harig, Chef der E.ON Energietochter, bestätigte frühere Gespräche zwischen RWE und E.ON. Bei allen die Ruhrgas betreffenden Entscheidungen müssten auch kartellrechtliche Fragen berücksichtigt werden, sagte er.

Für die aus Veba und Viag entstandene E.ON ist das Gasgeschäft im Vergleich zum Stromgeschäft noch sehr klein. Finanzielle Schwierigkeiten bei einer möglichen Aufstockung bei Ruhrgas sieht die Branche für E.ON nicht.

Durch Verkaufserlöse von Tochtergesellschaften hatten Veba und Viag in den vergangenen drei Jahren eigenen Angaben zufolge 13 Mrd. Euro eingenommen. Weitere sieben Mrd. kommen voraussichtlich durch den Verkauf der Beteiligung an der Viag Interkom hinzu.

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