E-Plus bietet nur noch für zwei Blöcke
UMTS: Nach Überschreiten der 85-Mrd.-Grenze Ende absehbar

Die neuen Auktionsregeln haben das Tempo verlangsamt, nicht aber, wie von der Regulierungsbehörde gewünscht, zu einer Angleichung der Angebote geführt.

adn/ap/rtr MAINZ. Bei der Versteigerung der UMTS-Mobilfunkizenzen in Mainz erreichen die nach dem debitel-Ausstieg verbliebenen sechs Interessenten offenbar allmählich ihre Schmerzgrenzen. Während Mannesmann und die Telekom-Tochter T-Mobil am Dienstag weiter um drei der angebotenen zwölf Frequenzpakete feilschten, gaben nach VIAG Interkom und E-Plus Hutchison offenbar auch das Konsortium "3G" und Mobilcom nur noch Gebote für die für eine Frequenz unbedingt erforderlichen zwei Pakete ab. Die Gebote summierten sich nach Angaben der Regulierungsbehörde Telekommunikation und Post (RegTP) in der 150. Runde auf rund 85,6619 Mrd. DM. Für ein Frequenzpaket mussten die Bewerber zwischen 6,8 Mrd. und 7,3 Mrd. DM auf den Auktionstisch legen.

T-Mobil und Mannesmann setzten bei ihren Geboten für drei Pakete nach Expertenmeinungen offenbar darauf, einen weiteren Konkurrenten aus der Auktion zu drücken. Würden auch diese beiden Unternehmen sich mit zwei Frequenzpaketen begnügen, könnten alle sechs verbliebenen Bieter in Mainz eine Lizenz erhalten - entsprechend groß wäre die Konkurrenz auf dem künftigen UMTS-Markt.

Nachdem die Regulierungsbehörde am Dienstag die Mindeststeigerung gesenkt und die Unternehmen bei ihren Offerten nur noch fünf statt wie bisher zehn Prozent auf die bisherigen Höchstgebote draufschlagen mussten, nahm die Auktion eine schleppende Gangart ein. Die Interessenten taten nicht mehr als unbedingt nötig und griffen pro Runde nur die ein oder zwei niedrigsten Gebote an.

Der von der Regulierungsbehörde gewünschte Effekt der Angleichung der Gebote für die einzelnen Frequenzpakete trat jedoch nicht ein. Nach Einschätzung von RegTP-Präsident Klaus-Dieter Scheurle befindet sich die Auktion nun "auf der Zielgeraden". Nach Ansicht von Beobachtern in Mainz könnte diese Phase durch das schleppende Tempo aber noch eine Weile in Anspruch nehmen.

Hersteller erste Gewinner des UMTS-Geschäfts

Von dem Aufbau des UMTS-Netzes in Deutschland werden nach Einschätzung von Experten zunächst vor allem die Netzausstatter und die Handy-Hersteller profitieren. Die ersten, die an dem Mobilfunk der dritten Generation am meisten verdienen würden, seien die Unternehmen, die das Netz aufbauten, sagte Jörg Forthmann von der Unternehmensberatung Mummert & Partner am Dienstag. Es werde mit Kosten von 25 bis 50 Milliarden Mark gerechnet. Auch die Handy-Hersteller erwarteten sich ein sattes Geschäft durch den Wechsel des Mobilfunkstands.

Streit um Auktionserlöse setzt sich fort

Im Streit um die Verwendung des erwarteten Milliarden-Segens aus der UMTS-Versteigerung meldeten sich erneut die Länder zu Wort. Die Regierungen von Baden-Württemberg und Hessen machten deutlich, dass nicht nur dem Bund, sondern auch ihnen Mittel zur Schuldentilgung zustünden. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch warnte, den Ländern drohten hohe Ausfälle durch die zu erwartenden Steuerabschreibungen der erfolgreichen Bieter. Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel sagte in Stuttgart, die Vorstellung der Bundesregierung, den Erlös allein zu vereinnahmen, sei weder politisch noch sachlich noch rechtlich haltbar.

Die Wirtschaftsverbände stärkten unterdessen die Position von Bundesfinanzminister Hans Eichel, die Erlöse komplett für den Schuldenabbau zur verwenden. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Hans-Olaf Henkel, sagte dem "Südwestrundfunk", dies sei die einzig richtige Position. Henkel forderte aber auch, die Zinsersparnisse durch Steuersenkungen dem Mittelstand zu Gute kommen zu lassen und etwas für die Infrastruktur zu tun.

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