E-Plus könnte Allianz von KPN, NTT DoCoMo und Hutchison zum Opfer fallen.
UMTS-Auktion mit geringen Geboten gestartet

Für die Analysten sei der Verlauf der Auktion noch ungewiss. Vor Versteigerungsbeginn hatte man damit gerechnet, dass nach dem Ausstieg von zwei Bietergruppen die Lizenzen für jeweils rund 500 Mill. Euro ersteigert würden. Die niederländische Regierung hatte den Auktionserlös ursprünglich auf bis zu 20 Mrd. Gulden geschätzt. Diese Summe wird mittlerweile von Experten als deutlich zu hoch eingeschätzt, da nach der Euphorie über die UMTS-Versteigerung in Großbritannien Ernüchterung eingesetzt habe. Die niederländische Regierung gibt einmal täglich nach 18.00 Uhr MESZ einen Zwischenstand über die Versteigerungsergebnisse.

Reuters AMSTERDAM. Die ersten Versteigerungsrunden für neue Mobilfunklizenzen in den Niederlanden haben zunächst deutlich geringere Gebote erbracht als von der Regierung erwartet. Die Unternehmen waren nach neun Runden bis Donnerstagabend nur bereit, 101,1 Mill. Gulden (45,88 Mill. Euro) zu zahlen. Die Mindestgebote waren eigentlich auf zusammen 470 Mill. Gulden für die fünf UMTS-Lizenzen festgesetzt gewesen. Das höchste Gebot gab die zu Vodafone AirTouch gehörende Libertel mit 45,380 Mill. Euro für eine Lizenz ab. Diese Summe entsprach damit fast der Summe der von allen Interessenten gebotenen Preise. Nach den Auktionsregeln werden die Mindestgebote nun jeweils um ein Drittel gesenkt, bis Gebote vorliegen.

Für die übrigen vier zur Versteigerung anstehenden Lizenzen gaben die zur British Telecom gehörende Telfort, Dutchtone im Mehrheitsbesitz von France Telecom, das aus dem Mobilfunkanbieter Ben (Tele Danmark und Belgacom) und der Deutschen Telekom bestehende Konsortium 3G-Blue und der Außenseiter und Mobilfunkneuling VersaTel die höchsten Gebote ab, die aber alle unter 200 000 Euro lagen. Die zum ehemaligen niederländischen Monopolisten KPN gehörende KPN Mobile wollte sich nicht dazu äußern, ob ein Gebot abgegeben wurde.

Der KPN-Konzern bestätigte am Freitag, dass man die US-Partnergesellschaft Bell South über die Allianzgespräche mit Hutchison Whampoa und dem japanischen Mobilfunkanbieter NTT DoCoMO informiert habe. Ob die Gespräche mit Bell South mehr als eine Information des US-Partners seien, könne er nicht sagen, erläuterte ein KPN-Sprecher. In einem Bericht des "Financieele Dagblad" hieß es am Freitag, KPN und Bell South hätten über eine Ausdehnung einer europäischen Mobilfunkallianz gesprochen. KPN ist mehrheitlich am deutschen Mobilfunkbetreiber E-Plus beteiligt, Bell South hat einen Minderheitsanteil. In deutschen Branchenkreisen wird die Vermutung geäußert, dass E-Plus der neuen Allianz von KPN, NTT DoCoMo und Hutchison geopfert und aus dem Ende Juli beginnenden Bieterwettstreit um UMTS-Lizenzen in Deutschland ausscheiden wird.

Die UMTS-Mobilfunklizenzen sind bei Telekom-Unternehmen begehrt, da sie den direkten Zugang zu dem Zukunftsmarkt UMTS (Universal Mobile Telecommunications Service) sichern. Mit UMTS sollen Handys multimedia- und voll internetfähig werden.



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