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EADS-Chef Herrich: Entwicklungskosten für A380 1,45 Mrd Euro über Plan

Der von einer Führungskrise gebeutelte EADS-Konzern hat jetzt auch noch mit überraschend hohen Entwicklungskosten für sein Riesenflugzeug A380 zu kämpfen. Die Entwicklungskosten seien 1,45 Mrd. Euro höher als geplant, sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich am Dienstagabend in München.

dpa-afx MÜNCHEN. Der von einer Führungskrise gebeutelte EADS-Konzern hat jetzt auch noch mit überraschend hohen Entwicklungskosten für sein Riesenflugzeug A380 zu kämpfen. Die Entwicklungskosten seien 1,45 Mrd. Euro höher als geplant, sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich am Dienstagabend in München. "Das ist schon heftig." Bis zuletzt hatte der Konzern angekündigt, die Entwicklungskosten beliefen sich auf 10,7 Mrd. Dollar, nach heutiger Umrechnung acht Mrd. Euro. Die Zeitpläne will EADS beim A380 aber einhalten.

Insgesamt war 2004 für den Konzern laut Hertrich das bisher beste Jahr in der fünfjährigen Firmengeschichte. Im Führungsstreit rief er die französische Seite auf, sich rasch zu entscheiden, ob Airbus-Chef Noel Forgeard neuer Co-Chef wird oder ob der Vertrag mit Amtsinhaber Philippe Camus verlängert wird. Es müsse wieder Ruhe einkehren. Hertrich selbst hatte angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Für die deutsche Seite soll an seiner Stelle Rüstungsvorstand Thomas Enders an die Spitze rücken.

Der EADS-Umsatz ist laut Hertrich in diesem Jahr wie prognostiziert von 30 auf 32 Mrd. Euro gestiegen. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwarte er einen Zuwachs von 45 Prozent. "Wir haben alle Ziele erreicht oder übererfüllt." Die Zahl der Flugzeugauslieferungen werde von 305 auf mindestens 315 steigen. Damit liege Airbus zum zweiten Mal in Folge vor dem Erzrivalen Boeing liegen. Die Raumfahrtsparte werde in diesem Jahr den Turnaround schaffen. Der Rüstungsbereich sei auf Wachstumskurs, 2005 solle der Durchbruch auf dem US-Markt gelingen.

Zumindest den Zeitplan wird Airbus bei der A380 laut Hertrich erfüllen. Die Entwicklungskosten seien unter anderem höher ausgefallen, weil man mit dem Gewicht zu kämpfen gehabt habe. Zudem habe es Geld gekostet, im Zeitrahmen zu bleiben. Das Flugzeug solle am 18. Januar erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden und Ende März erstmals vom Boden abheben. Trotz der höheren Entwicklungskosten halte der Konzern bei der A380, bei Airbus und bei der EADS selbst an seinen mittelfristigen Renditezielen fest.

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