Archiv
EADS setzt auf Wachstumsmarkt China - Kauforder für A380 erwartet

Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS setzt langfristig auf den "extrem schnell wachsenden Markt" in China. Der Marktanteil von Airbus soll auf 50 Prozent verdoppelt und China stärker in die Produktion eingebunden werden.

dpa-afx PEKING. Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS setzt langfristig auf den "extrem schnell wachsenden Markt" in China. Der Marktanteil von Airbus soll auf 50 Prozent verdoppelt und China stärker in die Produktion eingebunden werden. Wie Co-Vorstandschef Rainer Hertrich am Rande des Besuchs von Kanzler Gerhard Schröder am Dienstag in Peking sagte, verspreche sich der Konzern ferner viel von dem entstehenden Hubschraubermarkt. Für die Sicherheit bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking bietet EADS ein integriertes Leit- und Informationssystem mit Kontrollzentrum an.

Nach der Vertragsunterzeichnung über die Lieferung von 23 Airbussen rechnet Hertrich nächstes Jahr auch mit Aufträgen für das neue Großraumflugzeug A380. Die Chinesen wollten den Super-Airbus aber erst fliegen sehen. Der erste Probeflug ist im März geplant. Die Volksrepublik soll auch als Partner in die Produktion des geplanten A350 eingebunden werden. Nach Angaben des EADS-Flugzeugbauers sollen bis zu fünf Prozent der Teile in China gefertigt werden.

Chinas Hubschraubermarkt sei auch vielversprechend. In den nächsten zehn Jahren rechnet Hertrich mit einem Bedarf von 1 000 Hubschraubern für kommerzielle Zwecke, Rettungseinsätze oder Grenzüberwachung. In der Zeit dürften die Behörden die Öffnung des Luftraums zumindest schrittweise zulassen. Im Oktober hatte EADS ein Rahmenabkommen mit dem Flugzeughersteller Avic II über die gemeinsame Entwicklung und die Produktion eines Mehrzweckhubschraubers unterzeichnet, der 2010 auf den Markt kommen kann.

Für den erwarteten Verkauf des A380 hat EADS der chinesischen Seite einige Maschinen vorreserviert, doch wollte Hertrich nicht die Zahl nennen. In diesem Jahr hat Airbus bereits 81 Kauforder für verschiedene Airbus-Typen aus China bekommen. 2003 hatte EADS in China einen Umsatz von 1,61 Mrd. Euro und Aufträge über 2,1 Mrd. Euro eingeholt. Bis zum Jahr 2022 dürfte die Volksrepublik nach Airbus-Schätzungen 1 300 große Flugzeuge brauchen und könnte nach den USA der zweitgrößte Luftfahrtmarkt werden.

Nachdem EADS bei den Olympischen Spielen in Athen bereits für Sicherheit gesorgt hatte, soll ein ähnliches System für Peking geliefert werden. "Wir stecken in sehr weit gediehenen Gesprächen mit Industrie und Behörden in China, um bevorzugter Anbieter zu werden", sagte Hertrich. Es gehe um ein Kommando- und Kontrollsystem. Viele verschiedene Behörden in Peking hätten heute ihre eigenen Systeme, die nicht verbunden seien. Er bestätigte, dass das Sicherheitskonzept auch bei Demonstrationen eingesetzt werden könne.

"Die Welt wird zu den Olympischen Spielen nach Peking kommen. Sie werden nur stattfinden, wenn für die Sicherheit gesorgt ist", sagte Hertrich. Das System koordiniere auch Rettungsdienste, leite die Staatsgäste und komme mit spezieller Software, die alle Informationen verbinde.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%