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easyjet-Tickets sollen wegen des harten Wettbewerbs noch billiger werden

Die britische Fluggesellschaft easyjet Plc erwartet, dass ihre Flugtickets noch billiger werden. "Unsere Preise werden weiter sinken", sagte easyjet-Chef Ray Webster im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" (Freitagausgabe).

dpa-afx BERLIN. Die britische Fluggesellschaft easyjet Plc erwartet, dass ihre Flugtickets noch billiger werden. "Unsere Preise werden weiter sinken", sagte easyjet-Chef Ray Webster im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" (Freitagausgabe). "Der Wettbewerb ist im Moment sehr hart." Die hohen Ölpreise und die vielen neuen Billigflieger in ganz Europa seien eine große Herausforderung. "Der Winter wird sehr schwierig werden."

Einen Kerosinzuschlag, wie ihn Lufthansa , Air Berlin und auch andere europäische Fluggesellschaften eingeführt haben, schließt Webster jedoch bei easyjet weiterhin aus. "Das funktioniert einfach nicht. Die Kunden entscheiden sich für oder gegen eine Reise, indem sie auf den Endpreis gucken. Erhöhen wir die Preise, aus welchem Grund auch immer, steigen auch weniger Menschen in unsere Flugzeuge". Das rechne sich für easyjet nicht.

Wachsender Konkurrenzdruck

Zusätzlich zum Ölpreis sei auch die wachsende Konkurrenz ein Problem. "Inzwischen gibt es um die 50 Billigflieger in Europa, die unser Konzept kopiert haben. Das übt Druck auf unsere Erträge aus." Webster zufolge wird es in spätestens fünf Jahren die meisten Konkurrenten nicht mehr geben. "Die Frage ist, wie lange wird es dauern, bis die merken, es gibt keine Zukunft für sie." Die Übernahme einer der kleineren Konkurrenten schließt Webster jedoch aus. "Das acht keinen Sinn mehr für uns. Wir haben momentan 100 Flugzeuge, nächstes Jahr sind es 120. Wir wachsen aus eigener Kraft. Es ist auch zu schwierig, verschiedene Unternehmenskulturen zusammenzubringen." Der Kauf des niederländischen Billigfliegers Go sei eine einmalige Sache gewesen.

Priorität für easyjet sei jetzt, weiter Kosten zu sparen. Dabei will sich Webster vor allem auf die Flughäfen konzentrieren. "Wir haben es mit unserem Geschäftsmodell geschafft, viel beim Personal und den Flugzeugen selbst zu sparen. Jetzt müssen wir uns auf die Flughafengebühren konzentrieren." Derzeit machen die Gebühren im Schnitt 32 Prozent der Kosten eines Fluges aus, Webster würde das am liebsten auf zehn Prozent drücken. Ihm zufolge ist es ein Fehler, beim Bau neuer Flughäfen viel Geld auszugeben. "Fluggäste wollen ein funktionelles Gebäude direkt am Rande der Startbahn. Schließlich fahren sie nur dahin, weil sie reisen müssen, und nicht, um sich zu vergnügen. Flughäfen sollten so gebaut werden, dass die Kosten klein sind und die Effizienz groß."

Dabei will easyjet weiter wachsen: Im kommenden Jahr sollen ein bis zwei neue Drehkreuze in Europa eröffnet werden. "Auch in Berlin erwarten wir bald weiteres Wachstum", sagte Webster.

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