Easyjet will Kosten der Deutschen BA drastisch reduzieren
Easyjet: „Ein Zehn-Prozent-Plus“

Die Pläne von Easyjet-Chairman Stelios Haji-Ioannou.
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LONDON. Herr Haji-Ioannou, warum wollen Sie die Deutsche BA kaufen, anstatt selbst nach Deutschland zu expandieren?

Wenn wir nach Deutschland gehen, dann mit unserer Marke Easyjet. Insofern hat sich nichts geändert. Die Frage ist für uns nur, ob es besser ist, organisch zu wachsen - Flugzeuge kaufen, Piloten einstellen, Slots zu bekommen -, oder in einem Schritt, indem wir ein Unternehmen kaufen.

Die Deutsche BA hat der Mutter nur Verluste beschert. Wie wollen Sie da Erfolg haben?

Die Deutsche BA hat eine Auslastung von 56 Prozent. Mit diesem Faktor wären wir in eineinhalb Jahren pleite. Bei Easyjet sind im Durchschnitt 85 Prozent der Sitze besetzt.

Ihre Rechnung geht nur auf, wenn Sie die hohe Kostenbasis der Deutschen BA senken.

Zur Kostenrechnung gehört vor allem, wie viele Sitze ein Flugzeug hat. Die Deutsche BA hatte 136 Sitze, wir werden auf 149 erhöhen. Statt acht Stunden pro Tag fliegen unsere Maschinen zwölf Stunden. Und wir bitten die Piloten, etwas mehr zu arbeiten.

Da könnten Sie in Deutschland schnell an Arbeitsrecht und Regulierungen scheitern.

Die Regelung, wie viele Stunden Piloten fliegen dürfen, ist überall in Europa gleich. Aber der größte Spielraum für Ersparnisse liegt in der Anzahl der verkauften Sitze. Alles andere ist daneben so gut wie bedeutungslos.

Trotzdem: Steuern und Gebühren in Deutschland sind hoch, die Umlaufzeiten lang. Das sind Kostenfaktoren für Sie.

Die Umlaufzeiten in München sind nicht anders als in London. Wenn Sie zwischen Berlin und München fliegen, müssen Sie eben die Gebühren zahlen. Alles, was zählt, ist meine relative Wettbewerbsposition zur Lufthansa. Ich bin überzeugt, dass der Preisunterschied, den wir im bestehenden Gefüge bieten können, so groß ist, dass wir unsere Flugzeuge voll kriegen.

Wie weit lassen sich die Kosten von Deutsche BA reduzieren?

Wir brauchen einen 20-Prozent-Schwenk. Die Deutsche BA macht einen Verlust von zehn Prozent des Umsatzes. Statt eines Zehn-Prozent-Minus wollen wir ein Zehn-Prozent-Plus. Das ist nicht so schwer.

Stößt der Markt für Billigflieger an Grenzen?

Ich gebe Ihnen eine einfache Daumenregel: In Großbritannien gibt es im Moment 80 Flugzeuge in dem Sektor, in Deutschland 16. Obwohl der deutsche Markt 50 Prozent größer ist. Die Deutsche BA kann zehnmal so groß werden, bevor wir uns über das Marktwachstum Sorgen machen müssen.

Die Lufthansa hält Billigairlines für ebenso vergänglich wie die Dotcom-Manie.

Kaum ein Dotcom-Unternehmen verbuchte Einnahmen und keines Gewinn. Easyjet ist weltweit eine der finanziell stärksten Airlines. Wir haben in Relation zum Umsatz mehr Cash in unserer Bilanz als Lufthansa.

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