Eberharter nach Siegesserie leicht verletzt
Geschwister im Aufwind

Martina Ertl hat sich beim ersten K.o.-Slalom der alpinen Weltcupgeschichte wieder nach oben gekämpft, ihr Bruder Andreas mit den ersten Riesenslalom-Punkten eine fast drei Jahre währende Durststrecke der deutschen Ski-Herren beendet.

HB/dpa SESTRIERE/VAL D'ISèRE. Während sich die Geschwister aus Lenggries mit den Rängen acht (Martina) und 25 (Andreas) über achtbare Platzierungen freuten, hatte Stephan Eberharter bei einem Sturz Glück im Unglück: Österreichs Skistar musste sich am Sonntag zwar verletzt der Konkurrenz geschlagen geben, die Fortsetzung der Saison und eine Teilnahme an der WM im Februar in St. Moritz soll aber nicht gefährdet sein.

Der 33 Jahre alte Olympiasieger stürzte 23 Stunden nach seinem Abfahrtssieg in Val d'Isère beim Riesenslalom am Sonntag und zog sich eine Prellung mit Bluterguss im rechten Knie zu. Die zunächst von Teamarzt Herbert Resch befürchtete Kreuzbandverletzung bestätigte sich bei der ärztlichen Untersuchung am Sonntagabend nicht. Der mit fünf Siegen im Gesamtweltcup souverän führende Eberharter war nach dem Sturz mit einem Privatjet in ein Krankenhaus nach Innsbruck geflogen worden.

Andreas Ertl konnte in 2:28,15 Minuten als 25. sein bestes Weltcup-Resultat seit vier Jahren feiern. Die Herren des Deutschen Skiverbandes (DSV) können somit wieder einen zweiten Fahrer im Riesenslalom an den Start schicken. Der Sieg ging an Weltmeister Michael von Grünigen (2:26,46) aus der Schweiz vor Bode Miller (2:26,57) aus den USA und Österreichs Christoph Gruber (2:26,89).

Martina Ertl bestätigte mit dem achten Platz in Sestriere ihren Aufwärtstrend auch in der technischen Disziplin. "Ich bin sehr zufrieden. Ich musste ja ganz schön schwitzen, dass ich mich überhaupt qualifiziert habe", sagte die 29-Jährige. Sie hatte am Sonntag in 38,82 Sekunden im Finale der besten neun Fahrerinnen 0,79 Sekunden Rückstand auf Anja Pärson (38,03 Sekunden). Die Schwedin siegte vor Tanja Poutiainen (38,05) und der Österreicherin Nicole Hosp (38,19). Die Lenggrieserin Annemarie Gerg und Monika Bergmann aus Lam waren im zweiten K.o.-Lauf ausgeschieden, sicherten sich auf den Plätzen 14 und 15 aber noch Weltcup-Punkte.

Kombinations-Weltmeisterin Ertl profitierte als erster "Lucky Loser" im alpinen Weltcup von der für mehr Spannung eingeführten Regeländerung. Nach Platz 27 am Samstag unterlag sie im ersten Ausscheidungslauf gegen Olympiasiegerin Janica Kostelic, kam aber als zweitschnellste Verliererin doch noch in die Runde der letzten 18.

Die zweite K.o.-Serie war Endstation für Monika Bergmann und Annemarie Gerg. Besonders Gerg ärgerte sich, hatte sie doch eine schnellere Zeit gefahren als Bergmanns Gegnerin Sabine Egger. "Das System hat keine Zukunft. Das ist verwirrend", sagte die 27-Jährige. Auch Martina Ertl hat trotz ihrer grundsätzlichen Zufriedenheit mit dem neuen Modus Bedenken: "Es geht schon einiges durcheinander." Und sogar Siegerin Pärson zeigte sich kritisch: "Das kann nicht die Zukunft sein."

Die deutschen Abfahrer fahren der Weltklasse weiter hinterher. Trotz günstiger Startnummer zehn kam Max Rauffer (Leitzachtal) mit 3,53 Sekunden Rückstand auf Sieger Eberharter am Samstag auf den 35. Platz. Stefan Stankalla wurde 40. Damit blieben beide auch in der dritten Abfahrt der Saison ohne Punkte. "Das war wieder kein Schritt nach vorne. Ideen habe ich nicht mehr viele", so Trainer Martin Oßwald.

Stephan Eberharter hatte mit seinem dritten Erfolg in der Abfahrt am Samstag seine Dominanz eindrucksvoll bewiesen. Er gewann vor seinen Landsleuten Klaus Kröll und Andreas Schifferer. Drei Abfahrtssiege in Folge waren zuletzt Franz Klammer 1977 gelungen.

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