Eberharter Zweiter
Aamodt verdirbt erwartetes Österreicher-Fest

Der alpine Rekordhalter Kjetil-André Aamodt hat den Österreichern das erwartete Ski-Jubelfest verdorben und seine zweite Goldmedaille innerhalb von vier Tagen gewonnen. Der haushohe Favorit Stephan Eberharter fuhr hingegen am Samstag bei den Winterspielen in Salt Lake City im Super-G um eine Zehntelsekunde am Sieg vorbei und musste sich nach Abfahrts-Bronze bei seiner zweiten großen Chance mit Silber begnügen.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Sein Landsmann Andreas Schifferer holte Bronze - vor dem nächsten Österreicher, dem Abfahrts- Olympiasieger Fritz Strobl. Der einzige deutsche Starter, Max Rauffer vom SC Leitzachtal, erreichte erneut nur eine Platzierung unter ferner liefen.

Medaillensammler Aamodt, der erst am Mittwoch Gold in der Kombination abgeräumt hatte, siegte auf der "Grizzly"-Piste vor 22 000 Zuschauern im ausverkauften Skistadion von Snowbasin mit der Bestzeit von 1:21,58 Minuten. Schon vor zehn Jahren war der Mann aus Oslo im Super-G von Albertville Olympiasieger gewesen. Diesmal war mit einem erneuten Triumph in dieser Disziplin nicht zwingend zu rechnen: Sein letzter Weltcupsieg im zweitschnellsten Wettbewerb liegt bereits fünf Jahre zurück. Mit nun insgesamt drei Mal Gold, zwei Mal Silber und zwei Mal Bronze ist er der erfolgreichste alpine Olympionike. Zudem hält er mit insgesamt 17 Medaillen bei Großereignissen einen zweiten alpinen Rekord.

Nachdem Aamodt vorgelegt hatte, konnte der später gestartete Eberharter die Zeit des Norwegers überraschender Weise nicht unterbieten. Kopfschüttelnd schaute der Österreicher auf die Anzeigentafel, während der Führende gelassen lächelnd in die Kameras winkte. Weiteren Konkurrenten wie dem Geheimfavoriten Didier Cuche wurde der "Buffalo"-Sprung vor dem Zielhang zum Verhängnis; der Schweizer schied nach Zwischenbestzeit aus.

In diesem Weltcup-Winter hatten die Österreicher alle vier Super-G gewonnen, davon war drei Mal Eberharter ganz vorn gewesen. Der dominierende Mann der vorolympischen Wochen geriet nach dem verpassten Abfahrts-Gold heftig in Zugzwang. Doch es reichte wieder nicht für den Doppel-Weltmeister von 1991. "Wir hatten es selbst in der Hand. Bis zur Zwischenzeit lagen wir vorn", sagte Hans Pum, der Alpinchef des Österreichischen Skiverbandes, über das Abschneiden des rot-weiß-roten Teams: "Das war der schwierigste Super-G der Saison. Wer die wenigsten Fehler gemacht hat, ist vorn."

Der deutsche Solist Max Rauffer war erneut chancenlos und schaffte seine Ziele nicht. Nach seinem 34. Rang in der Spezialabfahrt hatte er sich für den Super-G eine Platzierung unter den besten 15 erhofft. "Ich kann weder mit dem Ergebnis noch mit dem Lauf zufrieden sein", meinte er.

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