Ebit liegt über Erwartungen
Wienerberger setzt einen Stein auf den anderen

Der weltgrößte Ziegelproduzent Wienerberger AG hat in den ersten neun Monaten 2002 das Betriebsergebnis (Ebit) verdoppelt und die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen.

Reuters WIEN. Eine gute Entwicklung in den osteuropäischen Ländern und eine stabile Geschäftslage in den USA sowie eine nach wie vor schwierige Marktsituation in Westeuropa sowie Skandinavien wären die Determinanten in den ersten neun Monaten gewesen, heißt es in der Aussendung.

Bei einem Konzernumsatz von 1,27 (1,18) Milliarden Euro sei das Betriebsergebnis (Ebit) auf 130,4 (65,2) Millionen Euro verdoppelt worden, teilte Wienerberger am Dienstag mit. Das Ergebnis vor Steuern wurde von Wienerberger mit 101,6 (35,3) Millionen Euro angegeben. Der Periodenüberschuss wurde mit 83,2 (29,3) Millionen Euro genannt.

Österreichische und internationale Analysten hatten das Ebit in einer Range zwischen 114 und 128 Millionen Euro erwartet. Der Konsensus war bei 119,2 Millionen Euro gelegen. An einer leicht schwächeren Wiener Börse hat die Aktie vorerst eine Spur höher auf 15,60 (15,55) Euro tendiert, blieb aber vorerst ohne Volumen. Seit Jahresbeginn haben Wienerberger knapp ein Prozent verloren, während der ATX 3,55 Prozent ins Minus ging.

Wienerberger haben bekräftigt, im Gesamtjahr 2002 ein Ebit von deutlich mehr als 100 Millionen Euro zu wirtschaften und dem vergleichbaren Rekordniveau aus dem Jahr 2000 von 147 Millionen Euro nahe zu kommen.

Die Umsatzsteigerung wird von Wienerberger zu zwei Prozent auf organisches Wachstum zurück geführt. Dabei hätten sich vor allem in Osteuropa Mengen- und Preissteigerungen ausgewirkt. In Polen und Ungarn sowie der Slowakei sei der Absatz deutlich erhöht worden. Für Osteuropa gibt Wienerberger ein Umsatzplus von 18 Prozent auf 256,5 (217,8) Millionen Euro an. Dabei sei das Ebitda auf 75,3 (60,5) Millionen Euro gesteigert worden. Mengenrückgänge seien in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Nordeuropa zu verzeichnen gewesen. Stabil habe sich aber das US-Ziegelgeschäft entwickelt, die Preise seien sogar verbessert worden. Der Bereich Ziegel Westeuropa habe einen Umsatz von 471,3 (400,0) Millionen Euro erzielt und ein Ebitda von 85,0 (49,2) Millionen Euro ausgewiesen. Für die USA gab die Wienerberger einen Umsatz von 215,8 (218,7) Millionen Euro und Ebitda von 46,7 (41,4) Millionen Euro an.

Im Bereich Rohre habe man leichte Umsatzrückgänge auf 323,1 (335,1) Millionen Euro verzeichnet, das Ebitda in der Sparte habe sich auf 39,7 (34,1) Millionen Euro verbessert.

Unverändert vorsichtig sei die Einschätzung der Konjunktur, so Wienerberger. "Wir erwarten kurzfristig keine Belebung des wirtschaftlichen Umfeldes in Mitteleuropa und Benelux. Die westeuropäischen Märkte sollten sich stabil entwickeln". In den USA läge der Wohnungsneubau auf hohem Niveau, 2003 würde ein leichter Rückgang zu erwarten sein. Weiteres Wachstum erwarte man in Osteuropa. Die Erweiterung der Europäischen Union um die Oststaaten werde die Kaufkraft weiter stärken.

An der Strategie, sich auf den Wachstumsmarkt Osteuropa und die USA zu konzentrieren, werde festgehalten. Für Westeuropa gelte, dass man sich auf die Optimierung bestehender Werke und die Produktentwicklung konzentrieren wolle. Der Marktanteil solle schrittweise ausgebaut werden. Die erworbenen Hanson-Werke würden Wienerberger dabei in Nordwesteuropa stärken. 2003 sollen die vollen Ertragssynergien von 13 Millionen Euro daraus voll ausgeschöpft werden können.

Analyst Tobias Woerner von Schroder Salomon Smith Barney sagte in einer ersten Reaktion, dass das Ergebnis eindeutig über den Erwartungen liege, deswegen könne man auch ein starkes Jahresergebnis erwarten. SSSB werde die Gewinnschätzungen überarbeiten.

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