Ebit-Marge soll bis zum Jahr 2005 auf 13 % gesteigert werden
Wella erwartet zweistelliges Umsatzwachstum wie im Vorjahr

Ambitionierte, längerfristige Wachstumsprognosen, vor allem beim Ergebnis, stellte der Vorstandsvorsitzende der Wella AG, Darmstadt, Rainer Gürtler, auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag vor.

vwd DARMSTADT. Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Gürtler optimistisch. In den ersten zwei Monaten 2001 habe sich das zweistellige Wachstum bei nur geringen Wechselkurseinflüssen und einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung fortgesetzt. Das Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2001 dürfte ähnlich stark ausfallen wie im Vorjahr, als die Erlöse um 19,1 % auf 2,824 Mrd Euro gestiegen waren. Dabei werde das Ebit erneut überproportional zulegen.

Bis zum Jahr 2005 soll die Ebit-Marge auf 13 % von derzeit 8,1 % gesteigert werden. Der durchschnittliche Umsatz-Zuwachs einschließlich angestrebter Akquisitionen dürfte rund 13 % pro Jahr betragen. Dies bedeutet allerdings, dass der Haarkosmetik-Konzern das aktuelle Wachstumstempo beim Umsatz - im Geschäftsjahr 2000 wurde ein Plus von 19,1 %, organisch von 12,4 %, erwirtschaftet - nicht halten können wird. Der Geschäftsbereich Friseur soll die "starke Nummer-2-Position" auf dem Weltmarkt aus eigener Kraft festigen.

Hierbei seien bis 2005 ein Umsatzplus von zehn Prozent p. a. sowie eine Ebit-Marge von 15 (zurzeit: 12,7) Prozent geplant. Den Retailsektor will der Vorstandsvorsitzende künftig durch Zukäufe, Partnerschaften und neue Marken stärken und damit die kritische Masse deutlich erhöhen. Mittelfristiges Ziel sei es, die Ebit-Marge von derzeit 3,8 % auf zehn Prozent anzuheben, wobei der Umsatz durchschnittlich um 15 % klettern dürfte. Der Geschäftsbereich Kosmetik & Duft werde seine starke Entwicklung auch 2001 fortsetzen, sagte Gürtler. Die Ebit-Marge solle auf zwölf (8,5) Prozent zunehmen und das jährliche Umsatzplus im Schnitt bei 15 % liegen.

"Stärkstes Wachstum seit über 30 Jahren"

Voller Stolz präsentierte der Vorstandschef die Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres, in dem "das stärkste Wachstum seit über 30 Jahren" erzielt worden sei. Im internationalen Geschäft betrug die Steigerung 23,2 % bei einem Auslandsanteil am Gesamtumsatz von 74 %. Um Wechselkurs- und Akquisitionseffekte bereinigt kletterte der Konzernumsatz um 12,4 %. Das Ebit erhöhte sich um 26,7 % auf 228,4 Mill. Euro und das Ergebnis vor Steuern um 24,6 % auf 184,3 Mill. Euro.

Der Jahresüberschuss (plus 25,8 % auf 101 Mill. Euro) war den Angaben zufolge durch einen einmaligen kalkulatorischen Steuereffekt negativ belastet und wäre ohne diesen um knapp 40 % gestiegen. Die größte Friseur-Sparte "Friseur" (47 % vom Gesamtumsatz) legte beim Umsatz um 18,4 % auf 1,3 Mrd Euro zu, während der Retail-Sektor um lediglich 15,3 % auf 925 Mill. Euro stieg. Der unter dem Dach der Cosmopolitan Cosmetics GmbH zusammengefasste Geschäftsbereich "Kosmetik und Duft" wuchs um satte 27,6 % auf 564 Mill. Euro.

Dividenden-Erhöhung für Stammaktien

Wie bereits bekannt, will Wella der Hauptversammlung eine Dividenden-Erhöhung für Stammaktien auf 0,44 (0,36) Euro und der Vorzugsaktien auf 0,46 (0,38) Euro vorschlagen. Zu immer wieder aufkommenden Übernahme-Spekulationen verwies Gürtler auf das mittlerweile starke organische Wachstum der Gesellschaft, das 2000 mit 12,4 % über dem der schärfsten Mitbewerber wie Henkel, Beiersdorf oder L'Oreal lag. Zudem habe sich die Wella-Aktie im vergangenen Jahr um über 100 % verbessert und auch im internationalen Branchenvergleich stark zugelegt. "Wir haben keine Anlehnungsbedürftigkeit an andere", stellte der Unternehmenslenker klar.

Zu dem bereits vor einiger Zeit in Aussicht gestellten Börsengang von Cosmopolitan hieß es, ein IPO sei vom Stand der Vorbereitungen aus jederzeit möglich. Kurzfristig stehe das Going-public allerdings nicht auf der Tagesordnung. Auf die Frage nach der ebenfalls seit längerem diskutierten Umstellung auf eine klassische Holdingstruktur meinte Gürtler, hier sei noch nichts entschieden. Zur möglichen Umstellung von Vorzugs- auf Stammaktien im Zuge sich ändernder Indexbewertungskriterien hieß es, der Vorstand sei sich der Problematik bewusst, plane derzeit aber keine Abschaffung der Vorzüge.

Da 75 % der Vorzugsaktien in Händen ausländischer Anleger seien, bestünde hier keine Gefahr der Herausnahme aus dem MDax, meinte Finanzvorstand Hans Schmidt. Eine Umstellung auf Stammaktien wäre für Wella nur dann sinnvoll, wenn es auf Größe ankomme, das heißt, wenn eine Aufnahme in den Dax angestrebt würde. Zu dem auf der letzten Hauptversammlung (HV) genehmigten Aktienrückkaufprogramm hieß es, bislang seien 300 000 Titel für Akquisitionszwecke erworben worden. Auf der diesjährigen nächsten HV werde der Vorstand den Anteilseignern ein weiteres Rückkaufmodell zur Abstimmung vorschlagen, kündigte Schmidt an.

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