EBU will günstige Sendezeiten für Olympia 2006 aushandeln
ARD und ZDF feiern Olympia-Quoten

Die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City haben den öffentlich-rechtlichen Sendern sensationelle Einschaltquoten beschert. Für die Spiele 2006 sollen günstige Sendezeiten ausgehandelt werden.

DÜSSELDORF. Wider Erwarten hat die Winterolympiade in Salt Lake City, auf ARD und ZDF im Wechsel live zu sehen, mehrfach die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke übertroffen. In Deutschland sahen am frühen Montagabend vor einer Woche 11,87 Mill. Zuschauer das Mannschaftsspringen an der Skischanze. 10,08 Mill. Zuschauer verfolgten am Samstagabend den Goldlauf der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Das sind rund eine Mill. Zuschauer mehr als für Quizkönig Günther Jauch mit "Wer wird Millionär?" am gleichen Abend auf RTL. Besonders hilfreich war dabei, dass die Live-Berichterstattung zur Hauptsendezeit am Abend stattfand.

Die Europäische Rundfunk Union (EBU), Einkäufer der Übertragungsrechte für mehrere öffentlich-rechtliche Sender in Europa, will daher "freundliche Gespräche" mit dem Olympia-Veranstalter IOC führen, um auch bei den nächsten Spielen 2006 in Turin für die Sender günstige Austragungszeiten der Wettkämpfe möglichst in den Abendstunden zu erreichen. "Auch das IOC hat Interesse an hohen Einschaltquoten", kommentiert EBU- Sprecher David Lewis.

Auch Kirch Premiere-Bezahlsender World und der Sender Eurosport jubeln. "Die Zuschauerwerte lagen auf Bundesliganiveau", so ein Premiere-Sprecher. Bis zu 70 % der 2,4 Mill. Abonnenten haben Olympia gesehen. Rund 10 Mill. Euro kostete die Berichterstattung. Eurosport setzte sich nach eigenen Angaben mit bis zu 815 000 Zuschauern in Deutschland an die Spitze der Spartenprogramme.

Dabei lagen die Erwartungen der Werbezeiten-Vermarkter weit unter den erzielten Top-Quoten. Der Werbezeitenverkauf sei im Januar "sehr zäh" angelaufen, so Hans-Joachim Strauch, Chef des ZDF-Werbefernsehens. "Dass eine Sportart wie Curling in Deutschland bis zu 6 Mill. Zuschauer anziehen würde, hat niemand gedacht", so Strauch. Mit Preisen für einen halbminütigen Werbespot zwischen 9 000 und 27 000 Euro konnten die öffentlich-rechtlichen Werber noch während der Spiele begehrte Kunden wie Procter & Gamble, Ferrero und VW anziehen. "Bezogen auf die Wirkung waren Werbespots während der Olympiade rund ein Drittel günstiger als während der Bundesligaberichterstattung auf Sat 1", erklärt Strauch, auch wenn ARD und ZDF nur vor 20 Uhr werben dürfen.

Das gibt Claudia Scheibel, Sprecherin des ARD-Werbezeitenvermarkters, auch Anlass zur Freude beim Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft Ende Mai. Die Werbeplätze für das erste Spiel Deutschland gegen Saudi- Arabien seien bereits "ausgebucht", so Scheibel. Selbst die Werbeplätze für die Formel 1-Trainingsrunden samstags vor einem großen Rennen seien schon belegt.

Dennoch machen die Werbeeinnahmen nur einen Bruchteil der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender aus. Nur 5,5 % des WDR-Haushalts, der größten ARD-Rundfunkanstalt, fließen in diesem Jahr aus der TV-und Radio-Werbung. Insgesamt mussten ARD und ZDF für die Übertragungsrechte der Olympischen Spiele 28 Mill. Euro und für die Produktionskosten 42 Mill. Euro auf den Tisch legen.

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