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Ecclestone muss um Kontrolle bangen

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone muss ernsthaft um seine Kontrolle über die „Königsklasse des Motorsports“ bangen. Die Banken, die nach der Kirch-Pleite 75 Prozent an der einst dem Briten allein gehörenden Formel-1-Vermarktungsgesellschaft Slec übernommen haben, sind in London vor Gericht gezogen.

dpa LONDON. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone muss ernsthaft um seine Kontrolle über die "Königsklasse des Motorsports" bangen. Die Banken, die nach der Kirch-Pleite 75 Prozent an der einst dem Briten allein gehörenden Formel-1-Vermarktungsgesellschaft Slec übernommen haben, sind in London vor Gericht gezogen.

Ihre Klage richtet sich gegen die Firma Bambino Trust, die trotz einer Minderheit an Slec-Aktien die Vorstände der wichtigsten an der Formel 1 beteiligten Unternehmen kontrolliert. Von den Bambino-Trust- Einnahmen profitiert die Familie von Ecclestone.

Die Finanzinstitute fühlen sich seit längerem von dem 74-Jährigen ausgetrickst, da dieser sich mit Geschick seine Macht gesichert hat, obwohl seine Familie nur noch 25 Prozent an der Slec hält. Ecclestone habe vor zwei Jahren "die Kontrolle über die handelnden Firmen in der Gruppe mit mehreren unternehmerischen Schritten geschickt eingefädelt", sagte die Anwältin Elizabeth Jones vor dem Londoner "High Court". Die von Jones vertretenen Banken, die Bayerische Landesbank, Lehman Brothers und J.P. Morgan Chase sind der Meinung, dass zwei Vereinbarungen von Bambino mit der Formel-1-Führung ungültig sind.

Ein Erfolg der Banken könnte die Alleinherrschaft Ecclestones über die Formel 1 beenden, die ihm in den vergangenen 25 Jahren nach Schätzungen rund 2,8 Mrd. Euro eingebracht hat. Dass dieser nach wie vor gut die Hälfte der Einnahmen aus der Formel 1 kassiert, ist seit längerem ein Streitpunkt zwischen ihm und den Teams. BMW, Daimler-Chrysler, Ferrari und Renault haben bereits Pläne für eine eigene Rennserie ab 2008 in Auftrag gegeben.

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