Echostar will Hughes Electronics kaufen und Murdoch ausbooten
Kampf um die Macht im US-Satellitenfernsehen entbrannt

Die zweitgrößte US-Satellitenfernseh-Firma Echostar Communications will den US Hughes Electronics Corp. -Branchenführer im Zuge eines Aktientauschs für 30,4 Mrd. Dollar (68 Mrd DM/34,5 Mrd Euro) kaufen. Echostar, mit Sitz in Littleton (Colorado), hat knapp sechs Mill. Satelliten-TV-Kunden, während die im Besitz von Hughes befindliche Satelliten-TV-Firma Direc-TV mehr als zehn Mill. Kunden hat.

dpa LITTLETON. Echostar versucht Hughes dem australischen Mediengiganten News Corp. doch noch in letzter Sekunde vor der Nase wegzuschnappen. Die News Corp. des Medienmagnaten Rupert Murdoch verhandelt seit langer Zeit mit dem Hughes-Besitzer General Motors (GM) über einen Kauf.

Die Gespräche mit der News Corp. befinden sich offensichtlich in der Endphase. General Motors hatte frühere Echostar-Kaufversuche für Hughes aus kartellrechtlichen Gründen abgelehnt, da die fusionierte Gesellschaft praktisch 100 % des gesamten Satelliten-TV- Geschäfts der USA kontrollieren würde. Echostar-Chef Charles Ergen rechnet jedoch mit einer kartellrechtlichen Genehmigung. Nach seiner Meinung wäre die fusionierte Gesellschaft eher in der Lage mit den großen US-Kabelfernsehunternehmen zu konkurrieren.

Echostar hat seine Offerte am Sonntag (Ortszeit) in einem Schreiben an den GM-Verwaltungsrat gemacht, teilte das Unternehmen mit. GM hält rund 30 % Hughes-Anteile, doch kontrolliert der Autokonzern das Unternehmen vollständig.

Echostar verspricht Synergien und Kostenersparnisse

Echostar will auch Hughes-Schulden in Höhe von 1,9 Mrd. $ übernehmen. Das Unternehmen will 0,75 Echostar-Aktie je Hughes-Anteil oder 22,83 $ je Aktie zahlen. Dies läuft auf ein Aufgeld von 18 % hinaus. Die GM - und Hughes-Aktionäre würden 66 % der fusionierten Gesellschaft kontrollieren und die EchoStar- Anteilseigner 34 %. Echostar verspricht GM und den Hughes- Anteilseignern aber auch Synergien und Kostenersparnisse in Gesamthöhe von 56 Mrd. $.

Kommen Echostar und Hughes mit seiner Direc-TV zusammen, entsteht ein Unternehmen mit mehr als 16 Mill. Satelliten-TV-Kunden. Es würde etwa ebenso viele US-Haushalte erreichen wie der größte amerikanische Kabelfernsehanbieter AT&T Broadband. AT&T hat eine Kaufofferte von mehr als 40 Mrd. $ für seine Kabelfernsehsparte von dem Konkurrenten Comcast erhalten.

Ausbau des weltweiten Satellitenfernsehgeschäftes

Die News Corp. will mit dem Kauf von Hughes sein weltweites Satellitenfernsehgeschäft mit großen Einzugsgebieten in Europa, Asien, im pazifischen Raum und in Lateinamerika auch auf die USA ausdehnen. Die News Corp. ist bisher nicht mit Satelliten-TV- Operationen in den USA vertreten. GM will beim Hughes-Verkauf auch Milliardenbeträge in bar bekommen, wozu die News Corp. offensichtlich bereit ist, während EchoStar nur eigene Aktien bietet.

Die News Corp. will ihr eigenes Satelliten-TV-Geschäft mit dem von Hughes zusammen legen, womit ein Unternehmen im Wert von 50 Mrd. $ entstehen würde. Die News Corp. würde zwar nur 35 % der fusionierten Firma besitzen, doch würde sie die Kontrolle bekommen.

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