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Echte Werte gefragt

US-Zinsen und Unternehmensgewinne sind gesunken. Jetzt kann es mit den Aktien aufwärts gehen, finden Experten.

Fondsmanager Daniel Bandi ist zuversichtlich: "Wenn Zinsen und Quartalsergebnisse gesunken sind, ist das der beste Zeitpunkt für neue Aktienanlagen". Der Manager des Armada Small Cap Value Fund der National-City-Vermögensverwaltung in Cleveland/Ohio ist überzeugt, dass nach den drastischen Einbrüchen bei den Unternehmensgewinnen und nach den kräftigen Zinssenkungen der Zentralbank jetzt der Boden bereitet ist für einen neuen Konjunkturaufschwung. Er empfiehlt daher Werte, die von einer Verbesserung der Wirtschaftslage besonders profitieren.

Dazu gehören für Bandi Namen wie Caterpillar, der weltgrößte internationale Baumaschinen-Hersteller, oder der Einzelhandelskonzern Federated Department Stores, zu dem die noblen Kaufhäuser Bloomingdale?s ebenso gehören wie das weltgrößte Kaufhaus Macy?s und die Delikatessen-Märkte Bon Marché.

Nach dem Platzen der Technologie-Blase ist Bandis Anlagestil des "Value-Investing" wieder gefragt: Er schaut nach Aktien, die mehr wert sind als sie kosten. Bei einer Umfrage der US-Anlegerzeitung Barron?s unter US-Fondsmanagern glaubte die überwältigende Mehrheit, dass mit Value Investing derzeit bessere Erfolge zu erzielen sind. Das sollten Anleger auch bei der Fondsauswahl beachten.

Besonders attraktiv findet Analyst Kuensell den Energiesektor. Über Jahre hätte die Branche zu wenig in die Erforschung neuer Vorkommen gesteckt. Jetzt würden Erdöl und Erdgas knapp. Kuensell interessiert sich vor allem für Zulieferer im Explorationsgeschäft, darunter die Tidewater Inc., die Service-Schiffe für Bohrinseln zur Verfügung stellt, und der weltgrößte Spezialist für Tiefsee-Bohrungen, Transocean Sedco Forex.

Auch Kollege Dan Bandi hat den Energiesektor in seinem Portfolio übergewichtet. Er hält Exxon, Chevron und den Energieversorger Duke Energy. Außerdem findet Bandi den Erdölkonzern Conoco attraktiv, weil er besonders viel in die Ölgewinnung und-verarbeitung investiert hat.

"Wir haben nicht genügend Raffinerien, und es fehlen Kraftwerke", glaubt auch Marktstratege Marshall Acuff von der Investmentbank Salomon Smith Barney. Er empfiehlt die Fluor Corp., ein Mischkonzern, der auch Ingenieurleistungen für Kraftwerke liefert, und die Halliburton Co., ein Unternehmen, das sich auf den Kraftwerksbau spezialisiert hat.

"Gegenwärtig ist es schwierig, einen ganzen Sektor zu empfehlen", glaubt Acuff. Je nach Stimmung und den neuesten Daten zur Wirtschaftslage strömten Investoren einmal in die defensiven Werte, dann wieder in die konjunktur- und zinsabhängigen Industriezweige. "Am besten fährt der Anleger mit einem breit gestreuten Portfolio", rät Acuff, "dann kann er Verluste in einem Bereich mit Gewinnen in einem anderen ausbalancieren." Außerdem empfiehlt auch Acuff, strikt darauf zu achten, ob ein Kurs günstig ist oder nicht.

Von der geplanten Steuererleichterung und einem in der Folge verbesserten Konsumklima würden Einzelhändler wie die Heimwerker-Kette Home Depot und die Waren- und Bekleidungskette Target Corp. profitieren.

Nur von Technologie-Aktien raten die meisten Investmentstrategen derzeit ab. "Hier sind viele Aktien schon wieder zu teuer", glaubt Acuff. Dan Bandi hat sich vorsichtig an die Chip-Hersteller Applied Materials und Fairchild Semiconductors gewagt. "Die Chiphersteller stürzen als erste ab und erholen sich auch als erste wieder", glaubt er.

Generell gilt derzeit: Kleinere Werte (Small Caps) schneiden meist besser ab als die großen traditionellen Aktien, Value-Fonds erzielen bessere Renditen als wachstumsorientierte Fonds.

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