Eckpfeiler für Klimaschutz
Energiegesetz schafft Arbeitsplätze

dpa BERLIN. Der Ausbau alternativer Energien als Eckpfeiler des Klimaschutzes hat sich nach Ansicht der Grünen zu einer Jobmaschine entwickelt. Im Bereich erneuerbarer Energien wie Solar, Wind, Wasser und Biomasse seien in den vergangenen Jahren etwa 70 000 Arbeitsplätze entstanden, sagte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Freitag vor Journalisten in Berlin. Bis 2020 könnten nach einer Prognos-Studie durch die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung und den Ausstieg aus der Atomkraft rund 200 000 Arbeitsplätze schaffen werden, sagte er.

Vor einem Jahr war das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft getreten, das umweltfreundlichen Ökostrom stärker fördert. Bis 2010 will die Bundesregierung den Anteil auf etwa zehn Prozent verdoppeln. Zugleich soll die Einsparung von Kohlendioxid durch alternative Energien soll in diesem Zeitraum auf 50 Millionen Tonnen verdoppelt werden.

Mit Blick auf den weltweit heftig kritisierten Ausstieg der USA aus dem internationalen Klimaschutzabkommen sagte Trittin, der Ausbau erneuerbarer Energien sei "kein Anschlag auf die ökonomische Leistungsfähigkeit", sondern biete im Gegenteil wirtschaftliche Chancen. Gleichzeitig werde dazu beigetragen, das Problem der globalen Erderwärmung zu bekämpfen. Vorreiterrolle in Deutschland spiele die Windenergie, die rund 30 000 Arbeitsplätze geschaffen habe und mit über zwei Prozent zur Stromerzeugung beitrage.

Allen Skeptikern zum Trotz habe die Wettbewerbsbehörde der EU- Kommission das Gesetz nicht in Frage gestellt und es nicht als Beihilfe nach dem EU-Recht betrachtet, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller. Dies habe den Investoren Rechtssicherheit verschafft.

Erneuerbare-Energien-Gesetz als "Exportschlager"

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat nach Worten der Grünen - Expertin Michaele Hustedt "den Einstieg ins Solarzeitalter in Deutschland eingeleitet". Das Gesetz habe einen Nachfrageboom ausgelöst und sei zum "Exportschlager" geworden. Die Produktion von Ökostrom in Deutschland habe sich von zehn Milliarden Kilowattstunden 1998 auf 19 Milliarden im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Im Bereich der Windkraft sei ein Boom von Offshore-Windparks vor den Küsten zu erwarten. Gegen leistungsstarke Windkraftanlagen im Meer haben allerdings Naturschützer Bedenken.

Auch die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft zog eine positive Bilanz. Die Nachfrage nach Solarstromanlagen habe sich im vergangenen Jahr verfünffacht, teilte der Verband mit, in dem 250 Solarunternehmen zusammengeschlossen sind. Noch seien die führenden Solarunternehmen in den USA und Japan beheimatet. Die Solarbranche in Deutschland rechne jetzt aber mit einem weiteren Wachstumsschub.

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