Ecofin-Treffen in Brüssel
Euro profitiert von Politiker-Aussagen

Der Euro hat nach Händlerangaben am Dienstag von den Aussagen mehrerer europäischer Finanzpolitiker profitiert und deutlich über 0,85 $ notiert. "Wir brauchen eine starke Währung, zusammen mit einer guten Wachstumskapazität und mit einer niedrigen Inflation", sagte der belgische Finanzminister und Vorsitzende der Eurogruppe, Didier Reynders, beim Ecofin-Treffen am Dienstag in Brüssel.

Reuters FRANKFURT. Das Wachstum in der Euro-Zone werde in diesem Jahr zwei bis 2,5 % betragen, bekräftigte er. Zudem sei bis Ende 2001 ein Rückgang der Inflation zu erwarten. EU-Währungskommissar Pedro Solbes sagte, die Inflation könnte im Mai ihren Höhepunkt erreicht haben. Der Euro hatte bereits am Montag von den stärker als erwarteten Produktionsdaten für Deutschland profitiert und sich weiter von seinem Achtmonatstief vom vergangenen Freitag erholt.

Gegen 12.15 Uhr MESZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8550/57 $ nach einer letzten Notiz am Montag in New York von 0,8485/90 $. Der Yen verlor zum Dollar, nachdem der Chef der japanischen Finanzaufsicht Hakuo Yanagisawa gesagt hatte, die Regierung würde nur bei einer totalen Finanzkrise den verschuldeten Bankensektor mit zusätzlicher Liquidität unterstützen. Die US-Valuta kostete zuletzt 125,43/46 Yen nach 125,38/48 Yen im späten New Yorker Handel.

"Die Stimmung schlägt zu Gunsten des Euro um", sagte Shahab Jalinoos, Währungsstratege bei UBS Warburg. Die Aussagen vom Ecofin hätten dem Euro Auftrieb verschafft, sagten Händler. Nach den Worten von Reynders ist ein starker Euro, gepaart mit einer guten Wachstumskapazität und niedriger Inflation im Interesse. Das Wachstum werde in diesem Jahr zwischen zwei und 2,5 % liegen, die Inflation werde sich bis Ende des Jahres abschwächen. Solbes sagte, er erwarte 2001 ein "eindeutig positives" Wachstum in der Euro-Zone, das über dem Wachstum in den USA liegen werde. "Wir gehen immer noch davon aus, dass die Wirtschaft in der Europäischen Union sich Ende dieses Jahres erholen wird", sagte Solbes am Dienstag in Brüssel. Nach dem von schlechten Wirtschaftsdaten geprägten ersten Halbjahr könnte es im zweiten Halbjahr 2001 wieder bessere Konjunkturnachrichten geben, sagte Solbes.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat unterdessen seine Wachstumsprognose für die Euro-Zone und Deutschland deutlich gesenkt. Das Institut rechnet jetzt für 2001 in der Euro-Zone nur noch mit einem plus von 1,9 % und in Deutschland von 1,0 %. Der Außenwert des Euro dürfte sich im Zuge der konjunkturellen Besserung festigen, stellen die DIW-Volkswirte fest.

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