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Edeka kämpft gegen Verbot von BSE-Etiketten

afp PINNEBERG/FRANKFURT. Die Lebensmittelkette Edeka Nord will notfalls vor Gericht um ihr Rindfleisch-Gütesiegel "BSE getestet" kämpfen, das sie auf behördliche Weisung von ihren Fleischpackungen entfernen soll. "Wir ignorieren die Weisung vorerst und warten auf eine Klage", sagte der Leiter der Qualitätssicherung bei Edeka Nord, Roland Ferber, am Dienstag in Pinneberg der Nachrichtenagentur AFP. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hatte Edeka Nord am Freitag aufgefordert, die eigenständige BSE-Etikettierung umgehend zu beenden, weil sie suggeriere, das verkaufte Fleisch sei BSE-frei. Die gängigen Tests böten aber keine hundertprozentige Sicherheit. Eine Sprecherin der Behörde in Frankfurt am Main sagte, Edeka Nord riskiere bei Missachtung eine Strafanzeige und empfindliche Geldbußen.
Bei Edeka Nord hieß es, weder das Unternehmen noch die Kunden oder die örtlichen Landwirte hätten Verständnis für die Weisung der Bundesanstalt. "Damit müssten wir jetzt eigentlich unser ganzes Rindfleisch vernichten, denn man kann das nicht einfach umpacken. Die Etiketten sind innenliegend, und vakuumiertes Fleisch wird grau, wenn es mit Luft in Berührung kommt", erläuterte Ferber. Edeka Nord wolle das Fleisch nun "weiter in Verkehr bringen" und hoffe zunächst auf eine klare Begründung für die Maßnahme, die früheren mündlichen Zusicherungen zuwider laufe. Notfalls müsse der Streit vor Gericht ausgetragen werden. "Wir haben ja nicht gesagt, unser Fleisch ist garantiert BSE-frei, sondern es ist BSE-getestet. Der Verbraucher kann das doch unterscheiden", sagte Ferber.
Rindfleisch von mehr als 30 Monate alten Tieren darf seit vergangener Woche nur noch getestet in den Verkauf gelangen; Edeka Nord und die Genossenschaft Edeka Minden-Hannover mit zusammen rund 2 500 Märkten testen jedoch auf freiwilliger Basis alle verarbeiteten Rinder.

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