Edelstahlproduzent könnte an Erfolgsjahr 1998 anknüpfen
Analysten sehen Böhler auf Wachstumskurs

Reuters WIEN. Analysten haben das am Montag veröffentlichte Halbjahresergebnis des österreichischen Edelstahlproduzenten Böhler-Uddeholm AG durchweg positiv aufgenommen. "Die Zahlen zum ersten Halbjahr 2000 sind innerhalb unserer Erwartungen. Der Auftragseingang liegt um drei Prozent über unseren Erwartungen, die Mengen- und Preisentwicklung ist sehr gut", sagte Roland Neuwirth, Analyst bei der Deutschen Bank AG. Böhler habe es nun geschafft mit der für das Unternehmen üblichen Zeitverzögerung zur Stahlkonjunktur wirklich gut zu verdienen, so Neuwirth. "Für die nächsten zwölf Monate sind die Aussichten gut", bekräftigt der Deutsche Bank-Analyst.

Böhler steigerte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr das Betriebsergebnis (EBIT) auf 68,9 (Vorjahr 39) Millionen Euro bei einem Konzernumsatz von 738,6 (655,7) Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2000 will Böhler an die EBIT-Rekordmarke aus 1998 von 113,1 Millionen Euro anschließen. Erreichbar sei dies deshalb, "weil wir keine Anzeichen einer Abschwächung der Konjunktur sehen", wie Finanzvorstand Horst Königslehner bei Vorlage der Zahlen sagte. Der Auftragseingang habe sich im ersten Halbjahr mit plus 26 Prozent gut entwickelt und habe auch über den Sommer angehalten.

Auch Peter Breyer von der CA IB Investmentbank AG sieht Böhler weiter auf Wachstumskurs. "Die Edelstahlkonjunktur zieht an, Böhler profitiert davon", so Breyer. Er halte es durchaus für möglich, dass Böhler 2000 an das Rekordjahr 1998 anknüpfen könnte. "Ich glaube, dass das Unternehmen bei Umsatz und Betriebserfolg (EBIT) auf Rekordkurs steuert", schließt sich auch Alfred Steininger, Analyst bei der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), dem positiven Tenor an. Den Kauf der EWK Edelstahl Witten-Krefeld GmbH und den Verkauf des Unternehmensbereichs Schweißtechnik sollte Böhler aber dennoch bis Jahresende abschließen, so Steininger.

Gut entwickelt hat sich nach Böhler-Angaben der Bereich Langprodukte, in dem rund 66 Prozent des Umsatzes erzielt werden. Die Mengen seien spürbar gestiegen und in allen Segmenten hätten Preiserhöhungen durchgesetzt werden können. Das gleiche gelte für die Division Bandprodukte. Preise und Mengen lägen ebenfalls über dem Vorjahreszeitraum. Stabil entwickle sich die Schmiedetechnik, obwohl die Konjunktur in der Flugzeugindustrie rückläufig sei.

"Trotz der Vorlage von Rekordzahlen bewegt sich der Kurs nicht so wirklich", sagte Steininger mit Verweis darauf, dass das Interesse der Anleger momentan einfach nicht in Stahlwerten liege. Aufgrund dieses nicht sehr positiven Umfeldes werde die RZB die Aktie auch auf "übergewichten" von zuvor "strong buy" setzen. "Das hat aber nichts mit den Ergebnissen zu tun", so Steininger, der auch eine geringfügige Anhebung der Gewinnschätzungen in nächster Zeit überlegt.

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