Edmund Krix wagt sich in die Nanotechnologie
Mister Teleplan meldet sich zurück

Teleplan-Gründer Edmund Krix wagt einen Neuanfang in der Nanotechnologie. Für seine Neosino Nanotechnologies AG hat er große Pläne.

FRANKFURT. Er hätte sich zur Ruhe setzen können, der Edmund Krix, den seine Freunde nur Eddi nennen. Als Gründer und späterer Großaktionär des europaweit aktiven IT-Reparaturdienstleisters Teleplan hatte er - trotz schmerzlicher Einbußen nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand - genügend Geld auf dem Konto, um sich seinen Hobbys zu widmen, allen voran dem Golfspiel.

Und sein Sitz im Vorstand der Behindertenhilfe-Stiftung Kids Care, die der Vater eines geistig behinderten Sohns 2000 gründete, hätte auch für ausreichend ernsthafte Beschäftigung gesorgt.

Doch irgendwie ist Krix, Jahrgang 1959, nicht für den Müßiggang geschaffen. Dem Sohn eines Brennereibesitzers aus dem hessischen Griesheim liegt das Unternehmertum im Blut. Also ist Krix wieder da - als Unternehmer. Ganz heimatverbunden gründete er Ende 2004 in Griesheim die Neosino Nanotechnologies AG.

Noch zählt das Startup ganze zwölf Mitarbeiter, bis zum Jahresende sollen es 15 sein. Und für 2005 ist ein Umsatz von etwa zwei Millionen Euro geplant. Doch Krix sieht ein gewaltiges Potenzial im Einsatz der Nanopartikel, die sein neues Unternehmen herstellt: "Wir stehen erst ganz am Anfang. Wir haben die Fülle der möglichen Anwendungen noch kaum angekratzt, und wir kriegen jeden Tag etwas Neues heraus", begeistert sich der gelernte Informationselektroniker, der schon bei Teleplan sein Umfeld mitriss.

Silizium, Kalzium, Magnesium, Selen, Molybdän oder auch Kunststoffe, in einem geheimen Verfahren zu Partikeln zwischen drei und zwanzig Millionstel Millimetern vermahlen, sind als Rohstoffe für Kosmetika, Medikamente, Lacke, Reifen, Schmierstoffe und sogar spezielle Betons geeignet. Das haben Krix und sein Team schon im ersten Jahr herausgefunden. Die Reihe der Einsatzfelder scheint schier endlos.

Um das Geschäft erst einmal greifbar zu machen, brachte das Unternehmen einige Kosmetika und Nahrungsmittel-Zusatzstoffe auf Basis von Nanosilizium auf den Markt, die die Versorgung von Haut, Muskeln und Knochen verbessern sollen. Mit Bayern-Sportarzt Müller-Wohlfahrt entwickelte es zudem einen Nano-Cocktail für Hochleistungssportler, der Muskelproblemen vorbeugt. Die Bayern-Mannschaft darf ihn vor jedem Spiel schlucken - ohne Doping-Risiko.

Auch langfristig will der zielstrebige Unternehmer den Schwerpunkt auf Pharma und Kosmetik legen und sich auf die Produktion der Partikel, die Grundlagenforschung und die Anwendungsentwicklung gemeinsam mit den Kunden konzentrieren. Sein Konzept: Eigenentwickelte Anwendungen werden - über eine eigens in Malta gegründete Rechte-Gesellschaft - von den Kunden lizenziert, die Nanopartikeln kommen aus Griesheim. Und weil die Großen ungern Lizenzen von personenabhängigen Firmen nehmen, soll Neosino im Frühjahr 2006 an die Börse gehen. Nach den schlechten Erfahrungen bei Teleplan steht aber fest: "Bei Neosino werde ich die Mehrheit und das Sagen behalten."

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