EDV-Branche
CeBIT-Bilanz mit verhaltenem Optimismus

Der Vizepräsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), Willi Berchtold, zeigte sich mit der Messe zufrieden und versprach auch einen Konjunkturaufschwung: "Wir blicken realistisch optimistisch in die Zukunft."

WiWo/dpa HANNOVER. Verhaltener fiel die Bilanz des CeBIT-Verantwortlichen bei der Deutschen Messe AG, Ernst Raue, aus. Durchschlagende Wirkung auf die Lage habe die CeBIT bislang nicht gehabt. Erstmals seit sechs Jahren brach die Zahl der Besucher um rund 150.000 oder knapp 18 Prozent auf etwa 700.000 ein. Zum ersten Mal seit der Selbstständigkeit der Messe vor 16 Jahren waren mit 7962 auch weniger Aussteller in Hannover als im Vorjahr. Berchtold sagte: "Die Stimmung unter Ausstellern und Besuchern der Messe ist besser als öffentlich wahrgenommen." Das angepeilte Branchenwachstum sei zwar "anspruchsvoll und ehrgeizig, aber nach der CeBIT können wir es erreichen." Mit harten Fakten untermauerte er seine Einschätzung nicht - abgesehen von einer Aussteller-Umfrage, die der CeBIT 2002 alles in allem die Schulnote 3+ geben. Bei der Pressekonferenz schlug Berchtold Skepsis entgegen. 2001 hatte er am letzten Tag der CeBIT gesagt: "Unsere Erwartungen von 8,7 Prozent Marktwachstum in 2001 hat die CeBIT voll und ganz bestätigt." Die Branche landete schließlich bei schwachen 1,7 Prozent. In diesem Jahr seien aber die Vorzeichen anders. Vor einem Jahr sei das Gewitter aufgezogen, nun aber die Talsohle durchschritten, meinte Berchtold. Die CeBIT-Macher hatten bei ihrer Bilanz eine ungewohnt schwierige Aufgabe. "Wir haben keine Rekordzahlen zu vermelden. Das ist angesichts der Lage auch nicht angebracht", sagte Raue. Sein Fazit: Die Veranstaltung sei von "wahrer Nüchternheit" geprägt gewesen. "Die Zahlen geben den großen Aufschwung noch nicht her. Noch ist keine durchschlagende Wirkung auf die Lage spürbar." Die Erwartungen an die CeBIT 2002 waren besonders hoch. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte bei seinem Eröffnungsrundgang mehrfach betont, es werde eine Aufbruchstimmung deutlich, die sich auf die Gesamtkonjunktur auswirken werde. Optimismus müsse die Botschaft der diesjährigen CeBIT sein. Raue sieht trotz des Einbruch der Besucherzahlen, die auch eine tiefe Spur in dem Geschäft der Deutschen Messe AG nach sich zieht, die Stellung der CeBIT als internationale Messe klar gefestigt. "Wir haben an Entscheidern nicht verloren." Der Anteil der Fachbesucher mit rund 85 Prozent sei stabil geblieben. Mehr als jeder fünfte Gast sei Mitglied der Geschäftsleitung eines Unternehmens und könne so entweder mit oder selbst über Investitionen entscheiden. Zudem sei der Anteil der Fachbesucher aus dem Ausland auf mehr als 24 Prozent gestiegen. Durchschnittlich habe jeder Gast 23 Stände besucht. Das seien alles in allem mehr als 16 Millionen mögliche Geschäftskontakte. Die CeBIT 2003 startet am Mittwoch, 12. März 2003, und dauert erneut acht Tage.

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