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Effektive Bayern üben nach Sieg über Freiburg Selbstkritik

Ausgerechnet nach dem höchsten Saisonsieg des FC Bayern München in der Bundesliga mochte Felix Magath nichts mehr schön reden.

dpa MÜNCHEN. Ausgerechnet nach dem höchsten Saisonsieg des FC Bayern München in der Bundesliga mochte Felix Magath nichts mehr schön reden.

"Das war ein Rückschritt", stellte der von attraktivem Fußball träumende Trainer ernüchtert fest, obwohl der Rekordmeister dem SC Freiburg beim Heimspiel zur Halbzeit des Münchner Oktoberfestes immerhin ein 3:1 (2:1) "eingeschenkt" hatte.

Auch die Spieler übten vor der Woche der Wahrheit mit den beiden Kraftproben in der Champions League gegen Ajax Amsterdam sowie vier Tage später im Bundesliga-Gipfel beim deutschen Meister Werder Bremen Selbstkritik. "Wir haben schlecht gespielt, aber gewonnen, das ist das einzig Gute", sagte Roy Makaay. Michael Ballack warnte: "Gegen Ajax können wir so mit Sicherheit nicht bestehen." Torhüter Oliver Kahn kritisierte die mangelhafte Abwehrarbeit: "Was mir Sorge macht, sind die vielen Torchancen unserer Gegner. Wenn wir große Ziele erreichen wollen, müssen wir gut stehen. Das tun wir im Moment nicht. Wir agieren als Mannschaft nicht gut", erklärte der Kapitän und räumte ein: "Wir sind ein bisschen ratlos."

Die bessere B-Note für den künstlerischen Vortrag hatte vor 47 000 Zuschauern fraglos der am 6. Spieltag erstmals besiegte Sportclub verdient. Allein die Effektivität entschied die Begegnung zu Gunsten der Bayern und sorgte dafür, dass die Freiburger auch beim zehnten Versuch in München nicht gewannen. Makaay mit Saisontor Nummer vier (19.), Torsten Frings mit seinem Premieren-Treffer für die Münchner (45.+1) sowie Ballack mit dem dritten Saisontor (72.) schlugen eiskalt zu, während bei den Freiburgern allein Wilfried Sanou (3.) zur frühen Freiburger Führung traf. "Da kriegst du schon den inneren Frust", stöhnte SC-Trainer Volker Finke angesichts der "schlechten Chancenverwertung. Wir hatten fünf, sechs gute Chancen".

Die Freiburger können sich eben keinen 18,75 Mill. Euro teuren "Knipser" wie Makaay leisten, der sich auch in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern als Erfolgsgarant Nummer 1 herauskristallisiert. Der Niederländer machte im fünften Pflichtspiel hintereinander sein Tor und ist momentan der einzige Bayern-Profi, auf den stets Verlass ist. "Er hatte die besten Szenen", lobte Magath den besten Mann auf dem Platz. Kahn verglich Makaay sogar mit dem besten Bundesligaschützen aller Zeiten: "Der letzte, der so instinktiv traf, war Gerd Müller."

Magath imponiert die Zielstrebigkeit von Makaay: "Er will Tore machen, er will nicht nur mitspielen." Aber auch das klappt immer besser, wie Makaay mit der klugen Kopfballvorlage vor dem 2:1 durch Frings bewies. "Das zeugt von Spielintelligenz", kommentierte Magath: "Roy wird immer mehr zum Ziel unseres Spiels. Man sucht ihn."

Der Musterprofi agierte auch gegen Freiburg hoch konzentriert, während andere mit den Gedanken schon beim nächsten Spiel schienen. "Der eine oder andere hatte wohl schon die Champions League im Kopf", kritisierte Magath. Vor allem in der Defensive agierte sein Team mit bedenklichen Nachlässigkeiten. "Wenn wir gegen Ajax so viele Chancen zulassen, werden die uns einige Tore 'reinhauen", meinte der linke Verteidiger Tobias Rau, der zu den Schwächsten zählte.

"Nach so einem Spiel erhöhen sich die Fragezeichen", sagte Magath mit Blick auf das schwere Champions-League-Heimspiel, bei dem Sebastian Deisler eine weitere schöpferische Pause erhalten könnte. Der Nationalspieler ist zwar körperlich fit, wie Magath betonte. Trotzdem beorderte er Deisler gegen Freiburg sogar auf die Tribüne, "damit er sich erholen und sammeln kann". Der Trainer glaubt, dass sich der 24-Jährige "überfordert", zu viel will. Deisler, der sich im Training besonders engagiert zeigte, reagierte baff auf die verordnete schöpferische Pause: "Ich bin fit und hatte erwartet zu spielen."

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