Effiziente Systematik bei überschaubaren Kosten
Zertifikate im Aufwind – Warum eigentlich?

Wer die Meldungen der letzten Tage verfolgt hat, konnte es nicht überlesen: Zertifikate befinden sich gegenüber anderen Investmentalternativen klar im Aufwind.

Der Bundesverband Investment und Asset-Management (BVI) fühlte sich gar so stark unter Druck gesetzt, dass er Zertifikaten mangelnde Transparenz unterstellt. Manch einem kam dabei das Sprichwort mit dem Glasshaus und den Steinen in den Sinn. Wo aber liegen die Gründe dieser Investment-(Wähler-)wanderung?

Im Fokus: der Anleger

Durch Fachpresse, News- und Wirtschafts-TV und nicht zuletzt durchs Internet ist der Anleger zum Entscheider geworden. War vor nicht allzu langer Zeit noch der Berater seiner Hausbank quasi Monopolist für Informationen rund um das Thema Geldanlage, so genügen heute ein paar Klicks im Internet, und man findet Expertenwissen en masse. Deswegen haben viele Anleger, einem Hobby gleich, ihre Geldanlage selbst in die Hand genommen. Produkte der Hausbank werden nicht mehr ohne Vorbehalte akzeptiert, sondern kritisch hinterfragt und mit Alternativen verglichen. Wesentliche Vergleichspunkte sind dabei Gebühren, Geld- Briefspannen, Handelszeiten und Liquidität. Nicht selten gewinnen in diesen Disziplinen Zertifikate.

Vertrauen ist gut, Regeln sind besser

Den meisten Zertifikaten liegen passive und regelgebundene Investmentkonzepte zu Grunde. Im Klartext bedeutet dies: Zu Beginn der Emission werden alle gegenwärtigen und zukünftigen Bausteine und Anlageentscheidungen im Verkaufsprospekt unverrückbar festgeschrieben. Dabei muss es sich nicht unbedingt um ein starres Korsett wie "Basket aus zehn gleichen Aktien bis Fälligkeit" handeln. Die Regeln können sogar ein Höchstmaß an Flexibilität zulassen. Beispiel: "Richte das Investment zwischen Aktien, Renten und Rohstoffen nach festgelegten Kennzahlen vierteljährlich neu aus". Während also in herkömmlicher Manier ein oder mehrere Portfolio- Manager sich jeden Tag aufs neue den Kopf nach der idealen Portfoliozusammensetzung zerbrechen, wird bei Zertifikaten an Stichtagen quasi per Knopfdruck die neue Depotstruktur festgelegt. Im Ergebnis vor Kosten unterscheiden sich beide Modelle kaum. Unterm Strich, also nach allen Kosten, ist die einmalige Modellierung der Zertifikatssystematik effizienter.

Zertifikate - Alternative zum Direktinvestment

Zuwächse erzielen Zertifikate jedoch nicht nur in den "Disziplinen" Diversifikation, Kapitalschutz und asset allocaton. Nicht wenig Geld beziehen sie auch aus einer anderen Quelle, der klassischen Aktienanlage. Rückblick in die Zeit vor den Discountzertifikaten: Wer neben der einfachen buy and hold-Strategie auch noch eine Performanceverbesserung durch short-options-Komponenten wollte, musste neben Formularorgien seiner Hausbank teilweise astronomische Terminbörsengebühren berappen. Die Hinterlegung einer Sicherungsleistung war zudem obligatorisch. Der Weg in Richtung Discount- und Sprintzertifikate war somit eine logische Evolution. Ihre erfolgreiche Markteinführung legte den Grundstein für modernere und passgenaue "Aktiensurrogate". Eine der neuesten stellt dabei die Produktinnovation des Jahres 2003 dar - Bonuszertifikate. Die attraktive Produktausgestaltung hat viele Anleger veranlasst, ihr Aktienengagement in ein entsprechendes Bonusprodukt zu tauschen, trifft doch ein Mindestertrag in seitwärts gerichteten Märkten bei unbegrenztem Gewinnpotenzial genau ihren Bedarf.

Zertifikate treffen den Bedarf

Zusammenfassend lässt sich also folgendes sagen: Zertifikate sind transparent, denn sie machen nur das, was anfänglich im Verkaufsprospekt festgelegt wurde. Zertifikate sind preiswert, denn die Automation der Strategie steigert die Effizienz. Zertifikate sind universell, denn vom diversifiziertem Garantiepapier zum Superhebel auf einen Einzelwert wird jedes Risikoprofil bedient. Solange keine andere Anlageform diese Bedürfnisse der Anleger besser befriedigt, werden die passiven und regelgebundenen Investmentkonzepte der Zertifikate weiterhin im Aufwind sein.

Der Autor ist Assistant Director bei der Bankgesellschaft Berlin AG

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