Effizienzprogramme bringen erste Früchte
Bayer überrascht mit deutlicher Ergebnissteigerung

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im ersten Quartal 2003 auf Grund höherer Ergebnisse in den Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz den operativen Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen von Analysten weit übertroffen.

Reuters LEVERKUSEN. "Nach einem Jahr des Übergangs und der Neustrukturierung wird deutlich, dass die Akquisition von Aventis CropScience und unsere umfangreichen Programme zur Effizienzsteigerung erste, deutlich sichtbare Früchte bringen", kommentierte Konzernchef Werner Wenning den am Mittwoch vorgelegten Quartalsbericht. Das operative Ergebnis im fortgeführten Geschäft stieg um 30 Prozent auf 1,075 Mrd. ?. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg um fünf Prozent auf 857 Mill. ? gerechnet.

Bereinigt um Sondereinflüsse legte der operative Gewinn sogar um 80 Prozent auf 833 Mill. ? zu. Analysten hatten hier im Durchschnitt nur einen Wert von 492 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft stieg um 4,9 Prozent auf 7,356 Mrd. ?. Der Kurs der Bayer-Aktie legte nach der Vorlage der Quartalszahlen um 6,8 Prozent auf 17,64 ? zu und lag damit an der Spitze der Gewinner im Dax, der um knapp ein halbes Prozent nachgab.

Der Leverkusener Konzern bekräftigte am Mittwoch den Ende April genannten Ausblick, das laufende operative Ergebnis im Gesamtjahr 2003 prozentual zweistellig steigern zu wollen. Im Vorjahr hatte sich der operative Gewinn im fortzuführenden Geschäft vor Sonderposten allerdings auf 989 Mill. ? fast halbiert. Bayer hatte bereits bei der Vorlage der Bilanz Ende April angekündigt, dass der operative Gewinn des Gesamtgeschäfts nach Sonderposten im ersten Quartal 2003 über dem entsprechenden Vorjahreswert von 840 Mill. ? liege und damit die meisten Analysten überrascht. Da im Vergleichsquartal ein Gewinn von rund 450 Mill. ? aus dem Verkauf des Wohnungsbestandes enthalten war, hatten viele Experten damals nicht damit gerechnet, dass das operative Ergebnis im ersten Quartal 2003 den Wert des entsprechenden Vorjahresquartal erreicht.

Gesundheit und Pflanzenschutze treiben Ergebnis

Im Arbeitsgebiet Gesundheit konnte Bayer trotz eines Umsatzrückgangs auf 2,1 (Vorjahreszeitraum: 2,4) Mrd. ? das operative Ergebnis auf 480 Mill. ? mehr als verdoppeln. Auf Grund von Kosteneinsparungen habe sich der operative Gewinn insbesondere in dem angeschlagenen Segment Pharma/Biologische Produkte um über 60 Prozent verbessert. Im Pflanzenschutzgeschäft verdoppelte sich der Umsatz fast auf 1,66 Milliarden Euro vor allem auf Grund der Akquisition von Aventis CropScience. Das operative Ergebnis legte dabei auf 443 (144) Mill. ? zu. Auch die beiden Industriebereiche Polymere und Chemie konnten auf Grund von Kostensenkungen trotz währungsbedingter Belastungen das Ergebnis verbessern. Die Umsatzrendite in den beiden Sparten verharrte aber weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

"Die Zahlen musste man sich schon zweimal anschauen, so überraschend gut sind sie", sagte Silke Stegemann, Analystin bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Investoren seien sehr erleichtert, dass das eigentliche Geschäft und nicht Sondereinflüsse Grundlage für das Ergebnisplus war, betonte WestLB Panmure-Analyst Andreas Theisen. Allerdings könne von den sehr guten ersten drei Monaten nicht auf das Abschneiden in den nächsten Quartalen geschlossen werden, da CropScience ein sehr saisonales Geschäft ist.

Den Kursanstieg sieht Analystin Stegemann neben der deutlichen Verbesserung im operativen Geschäft auch in der schwindenden Angst vor hohen Schadensersatzzahlungen auf Grund der Klagen im Zusammenhang mit Lipobay begründet. Nach den außergerichtlichen Einigungen und den Erfolgen vor Gericht bestehe nun die Hoffnung, dass sich die Zahlungen auf höchstens 1,5 bis zwei Mrd. ? summieren und nicht auf acht Milliarden Euro wie zunächst befürchtet. Die Zahl der Klagen im Zusammenhang mit dem zurückgerufenen Medikament Lipobay, das mit rund 100 Todesfällen in Verbindung gebracht wird, hatte Bayer zuletzt mit 8600 angegeben, die Zahl der geschlossenen Vergleiche mit 740.

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