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Ehemalige Kirch-Firmen einigen sich auch mit Universal

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit haben sich mehrere Firmen der zusammengebrochenen Kirch-Gruppe mit dem Hollywood-Studio Universal auf einen millionenschweren Vergleich verständigt. Entsprechende Verträge seien in den vergangenen Tagen unterschrieben worden, hieß es am Mittwoch in unternehmensnahen Kreisen.

dpa-afx MÜNCHEN. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit haben sich mehrere Firmen der zusammengebrochenen Kirch-Gruppe mit dem Hollywood-Studio Universal auf einen millionenschweren Vergleich verständigt. Entsprechende Verträge seien in den vergangenen Tagen unterschrieben worden, hieß es am Mittwoch in unternehmensnahen Kreisen.

Universal solle rund 70 Mill. ? erhalten. Insolvenzverwalter Michael Jaffé habe damit alle Voraussetzungen für den Insolvenzplan der Kirchmedia-Tochter Taurus TV geschaffen, den die Gläubigerversammlung am 26. August absegnen soll.

Hintergrund

Bei dem Rechtsstreit, der vor verschiedenen amerikanischen Gerichten ausgetragen wurde, ging es um die Bezahlung und Ausstrahlung von Filmen. Strittig war dabei eine Summe von 750 bis 800 Mill. ?. Jaffé hatte die Forderungen von Universal nicht anerkannt.

Die nun ausgehandelte Summe von 70 Mill. ? werde von Taurus TV und anderen ehemaligen Kirch-Firmen gezahlt, darunter auch die ebenfalls insolvente Kirchmedia sowie Beteiligungen.

Anfang August Einigung Taurus/Axel

Erst Anfang August hatte sich Taurus TV mit der Axel Springer AG auf eine Einigung verständigt. Demnach trennt sich das Unternehmen von seinen Anteilen an einer Beteiligungsgesellschaft und zahlt einen Teil des Erlöses, der in Branchenkreisen auf rund 200 Mill. ? beziffert wird, an Gläubiger, ein weiterer Teil des Betrags soll einbehalten werden.

Die Sat.1 Beteiligungs Gmbh, die bisher Taurus TV und Axel Springer gehörte, soll dabei unter Springer und dem Prosiebensat.1 - Besitzer Haim Saban aufgeteilt werden, der damit zugleich seine Beteiligung an Deutschlands größtem TV-Konzern weiter aufstockt. Mit Umsetzung der Verträge würde Springer seinen Anteil an Prosiebensat.1 durchgerechnet auf gut zwölf Prozent erhöhen, Saban käme dann auf knapp 88 %. Den unternehmensnahen Kreisen zufolge überweist die Kirchmedia-Tochter im Rahmen der Einigung rund 60 Mill. ? in bar an Axel Springer. Von den ursprünglichen Forderungen Springers in Höhe von knapp 800 Mill. ? würden 325 Mill. anerkannt.

Sollte die Gläubigerversammlung der Taurus TV den komplexen Gesamtvergleich ablehnen, würde das Konstrukt scheitern. Branchenkreise rechnen allerdings mit einer Zustimmung.

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