Ehemaliger Offizier einer Eliteeinheit
Pakistaner stimmen über neue Amtszeit von Musharraf ab

In einer Volksabstimmung will Pakistans Präsident Pervez Musharraf (58) am Dienstag die Zustimmung für eine Verlängerung seiner Amtszeit um fünf Jahre erhalten. General Musharraf ist seit einem unblutigen Putsch vor zweieinhalb Jahren an der Macht.

Reuters ISLAMABAD. Die Zustimmung zu Musharrafs Plänen gilt als sicher. Die Opposition scheiterte mit einer Beschwerde beim Obersten Gerichtshof, die Volksabstimmung sei mit der Verfassung nicht zu vereinbaren. Musharraf müsste nach Ansicht der Opposition vom Parlament und den vier Provinzversammlungen gewählt werden.

Musharraf hatte im Oktober 1999 die Macht ergriffen und die Regierung von Ministerpräsident Nawaz Sharif gestürzt. Im Juli vergangenen Jahres setzte sich Musharraf dann als Präsident ein. Er löste beide Kammern des Parlaments auf und setzte die Verfassung außer Kraft.

Der Oberste Gerichtshof bestätigte zwar Musharraf im Amt, machte aber zur Auflage, dass bis Oktober 2002 ein Kabinett aus Zivilisten eingesetzt wird. Daran will sich Musharraf nach eigenem Bekunden auch halten. Er werde aber Chaos und Korruption, wie sie frühere zivile Regierungen verbreitet hätten, nicht zulassen.

Musharraf wurde am 11. August 1943 in Neu-Delhi geboren. Nach der Teilung von Britisch-Indien im Jahr 1947 emigrierte seine Familie nach Pakistan. Er wurde dann in Karatschi ausgebildet und verbrachte einige Jahre in der Türkei – das Land, das er bewundert. 1964 trat Musharraf in die Armee ein und zog bereits im folgenden Jahr mit in den Krieg gegen Indien. Beim zweiten indisch-pakistanischen Krieg diente Musharraf 1971 in einer Eliteeinheit. 1995 wurde er als Generalleutnant Kommandeur der Truppen in einer Grenzregion zu Indien. Im Oktober 1998 wurde Musharraf nach dem Rücktritt von General Jehangir Karamat neuer Generalstabschef in Pakistan.

Musharraf ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Zu seinen bevorzugten Sportarten zählen Squash, Badmonton, Golf und Segeln.

Musharrafs Weg an die Macht begann am 12. Oktober als er an Bord eines Passagierflugzeugs von Sri Lanka nach Karatschi zurückkehren wollte. Ministerpräsident Sharif, der Musharraf entlassen hatte und einen Umsturz fürchtete, ordnete an, das Flugzeug nicht in Karatschi landen zu lassen. Als dem Flugzeug das Benzin auszugehen drohte, übernahmen Gefolgsleute Musharrafs die Kontrolle über den Flughafen von Karatschi, so dass das Flugzeug landen konnte.

Der anfänglich international geächtete Musharraf konnte sich zuletzt nach den Anschlägen in New York und Washington als Verbündeter der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus profilieren. Die Spannungen mit Indien sind allerdings wegen des Kaschmir-Konflikts weiter hoch, und beide Seiten haben an der gemeinsamen Grenze Truppen massiert.

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