Ehemaliger WDR-Intendant für Beteiligung von Fischer und Westerwelle
Nowottny kritisiert TV-Duell

Der frühere WDR-Intendant Friedrich Nowottny hat die geplanten Fernsehduelle zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Herausforderer Edmund Stoiber kritisiert.

wiwo ap BERLIN. "Etwas fehlt mir", sagte der 72-Jährige in einem Interview des Berliner "Tagesspiegels" (Dienstagausgabe). "Herr Fischer und Herr Westerwelle werden ja aller Voraussicht nach bei der Regierungsbildung eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Und die sollen nicht vorkommen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen."

Nowottny hätte sich gewünscht, dass wie früher die Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien drei Tage vor der Wahl drei Stunden miteinander diskutieren. "Das ist zwar altes Fernsehen, aber auch eine Hinwendung zur Realität", sagte er.

Der frühere Leiter des damaligen Bonner ARD-Hauptstadtstudios zeigte Verständnis dafür, dass Edmund Stoiber bei der Talkshow "Sabine Christiansen" stotterte: "Das Fernsehen ist gnadenlos. Ich habe oft genug in dieses Objektiv geschaut. Da guckt Sie nur kaltes, feinst geschliffenes Glas an. Diese Fernsehoptik hat nicht einmal die Wärme eines Glasauges. Es ist grausam. Wer das nicht weiß, der sieht alt aus."

Nowottny äußerte sich kritisch über Leo Kirch und seine führenden Mitarbeiter. "Irgendwann haben die den Boden unter den Füßen verloren. Es war offenbar niemand im Kirch-Konzern in der Lage, dem Chef zu sagen, dass er an Grenzen stößt - tragisch." Kurz bevor Kirch Insolvenzantrag stellen musste, wurde Nowottny von dessen Geschäftsführer Dieter Hahn mit den Worten begrüßt: "Ham Se mal "ne Milliarde?" - "Und lachte fröhlich dabei", sagte Nowottny. Er bezeichnete es als "Treppenwitz der Geschichte", dass Leo Kirch jetzt Berater in seinem eigenen Unternehmen ist. "Was mich nicht wundert. Denn außer ihm gibt es wahrscheinlich niemanden, der es durchschaut. Das macht mir nun wieder richtig Spaß."

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