Eher ein bedächtiger Liberaler
Portrait: Polenz gilt als zurückhaltend und sachlich

ap BERLIN. Für den groben Keil auf den groben Klotz war Ruprecht Polenz offenbar nicht der Richtige: Der am Montag nach nur sechs Monaten als Generalsekretär der CDU zurückgetretene Mann aus Münster galt in der Partei als bedächtiger, kluger Politiker. Dabei hatte Angela Merkel es sich im Frühjahr lange überlegt, mit wem als Generalsekretär sie die Partei aus Spendensumpf und Umfragetief führen könnte. Erst eine Woche vor dem Essener Parteitag entschied sie sich für den jetzt 54-jährigen Polenz. Der studierte Jurist wird innerhalb der Partei dem liberalen Flügel zugeordnet.

Bereits seit 1994 ist der im sächsischen Denkwitz bei Bautzen geborene Polenz als direkt gewählter Abgeordneter seines Wahlkreises, der Stadt Münster, Mitglied im Bundestag. Trotz der schweren CDU-Verluste bei der jüngsten Bundestagswahl 1998 schaffte er mit 44,2 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament. Das nötigte seinem Parteifreund Friedbert Pflüger durchaus Respekt ab: Polenz sei er wohl bundesweit der einzige Unions-Abgeordnete, der bei jener Wahl Stimmen hinzu gewonnen habe.

Zurückhaltend, bodenständig und sachlich...

Schon vor seiner Ernennung zum Generalsekretär war Polenz auf bundespolitischer Ebene eher selten in Erscheinung getreten, obwohl er sich als außen- und sicherheitspolitischer Experte mit seinen liberalen Auffassungen einen Namen gemacht hatte. Danach war es erst die Kampagne gegen die Ökosteuer, die ihn vor einigen Wochen ins bundespolitische Rampenlicht rückte.

Vor seiner Wahl in den Bundestag war Polenz Leiter der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Industrie- und Handelskammer zu Münster und ab 1981 deren stellvertretender Geschäftsführer. Polenz, der als wirtschaftsnah gilt, hat sich in seiner parlamentarischen Arbeit für eine Verbesserung des Verhältnisses der Wirtschaftsverbände untereinander und gegenüber der Politik eingesetzt.

Parteifreunde beschreiben ihn als zurückhaltend, bodenständig und sachlich. Er stehe eindeutig für die Erneuerung der Partei, heißt es. 1972 trat Polenz während seines Studiums an der Universität Münster in die CDU ein. Bereits ein Jahr später stieg er in den Landesvorstand der Jungen Union Westfalen-Lippe auf und wurde Ratsmitglied in Münster. Nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen war er Experte für Steuerrecht an der Universität Münster. Polenz ist Katholik, verheiratet und Vater von vier Kindern. Ende

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