„Ehrabschneidend“: DFL attackiert Hoeneß und fordert Entschuldigung

„Ehrabschneidend“
DFL attackiert Hoeneß und fordert Entschuldigung

In der Affäre um den geheimen Vertrag des FC Bayern München mit der Kirch-Gruppe wird der Ton zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Rekordmeister rauer. Die DFL-Geschäftsführung attackierte am Freitag Uli Hoeneß äußerst scharf und forderte vom Manager des FC Bayern München eine öffentliche Entschuldigung. Das Gremium reagierte damit auf Verdächtigungen des Managers, wonach Mitarbeiter der DFL für Veröffentlichungen aus dem Geheim-Kontrakt des Bundesliga-Spitzenreiters mit dem insolventen Medienunternehmen verantwortlich sein könnten.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN/MÜNCHEN. "Der Vorwurf, neben den Banken sei ausschließlich die DFL im Besitz der zwischenzeitlich öffentlich dargestellten Sportwerbe-GmbH-Bilanz gewesen und so möglicher Informant der Öffentlichkeit, ist ungeheuerlich und wird entschieden von der Geschäftsführung der DFL zurückgewiesen", teilte die DFL mit. Hoeneß hatte am Donnerstag angekündigt, wichtige Vertragsunterlagen ab sofort nicht mehr aus dem Haus zu geben, sondern den Lizenzhütern nur noch zur Einsicht in der Geschäftsstelle des FC Bayern zu präsentieren. Der 51-Jährige hatte somit angedeutet, dass Auszüge aus dem bei der DFL zur Prüfung vorliegenden Vertrag aus der Zentrale des Ligaverbandes an die Öffentlichkeit weiter gereicht worden sein könnten.

Das Nachrichtenmagazin "Stern" hatte am Donnerstag Details aus dem Kontrakt veröffentlicht und dem FC Bayern unterstellt, die etwa 21,5 Mill. ? aus dem Vermarktungs-Deal mit Kirch aus den Jahren 1999 bis 2002 in seiner Bilanz "verschleiert" zu haben. Dem hatte der Verein energisch widersprochen.

Um das Klima zwischen DFL und FC Bayern wieder zu verbessern, erwartet die Geschäftsführung der DFL, "dass Uli Hoeneß seine ausgesprochenen Verdachtsmomente gegen die DFL öffentlich zurücknimmt und sich für die ehrabschneidenden Zitate gegen die Institution Deutsche Fußball Liga GmbH und ihre Mitarbeiter entschuldigt", hieß es in der Pressemitteilung. Über Form und Rahmen der verlangten Entschuldigung machte die DFL allerdings keine Angaben. Uli Hoeneß wollte zu den Vorwürfen vorerst keine Stellung nehmen. "Er wird sich das Schreiben genau anschauen und sich dann gegebenenfalls dazu äußern", sagte FCB-Pressesprecher Markus Hörwick.

Gleichzeitig erteilte die DFL Hoeneß' Wunsch nach künftiger Sonderbehandlung eine Absage. Auch der FC Bayern müsse weiterhin alle Unterlagen in der DFL-Zentrale in Frankfurt vorlegen. Bis zum Wochenende wollte der FC Bayern nach Aussage seines AG-Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge den Fragenkatalog der DFL zum Vertrag mit Kirch an die Ligazentrale zurückschicken. Bis zum Freitagnachmittag waren die Unterlagen laut DFL-Geschäftsführer Michael Pfad allerdings noch nicht eingegangen. "Wir rechnen damit, dass sie bald kommen. Diese Zusage vom FC Bayern haben wir", sagte Pfad. Die Münchner hatten sich durch das Geschäft mit dem Medienunternehmen dem Verdacht ausgesetzt, sich ihre Zustimmung zur Zentralvermarktung der Bundesliga finanziell versüßt zu haben.

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