Ehrentreffer in der vorletzten Minute
Stevens nach Hertha-Debakel vor dem Aus

Beim Hauptstadtklub brechen offenbar alle Dämme. Die Leistung beim blamablen 1:6 (0:3) im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Werder Bremen glich jedenfalls Arbeitsverweigerung. Trainer Huub Stevens steht nach dem Untergang an der Weser das Wasser bis Oberkante Unterlippe - er ist kaum noch zu halten.

HB BREMEN. Drei Tage nach dem 1:3 gegen Schalke 04 in der Meisterschaft lieferte der Krisen-Club von der Spree am Mittwochabend erneut eine klägliche Vorstellung ab. Der Kroate Ivan Klasnic sorgte mit zwei Toren (19./38. Minute) schon vor der Pause für die Vorentscheidung, das 2:0 erzielte Johan Micoud (25.). Valerien Ismael legte mit seinem ersten Pflichtspieltor für die Hanseaten nach (48.), Torjäger Ailton besorgte das 5:0 (78.), Angelos Charisteas erhöhte auf 6:0, bevor Marcelinho noch der Ehrentreffer für die Gäste gelang (89.). Nach diesem Debakel der Berliner wird der Druck auf Trainer Stevens nun riesengroß.

Alle Zeichen deuten auf eine Trennung von dem umstrittenen Stevens an. "Die Lage bei uns ist sehr ernst", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß, der dem Niederländer bisher den Rücken gestärkt hatte. "Ich muss eine Nacht drüber schlafen und mich dann mit dem Trainer zusammensetzen." Hertha hat für Donnerstag (13.00 Uhr) in Berlin eine Pressekonferenz angesetzt. Dennoch gab sich Stevens nach der Blamage noch kämpferisch. "Ich kann den Druck aushalten, ich werde keine Konsequenzen ziehen", versicherte der 50-Jährige. Mitgereiste Hertha - Fans blockierten zeitweise den Mannschaftsbus bei der Abreise.

Die in der Bundesliga inzwischen auf Platz 17 durchgereichten Hauptstädter, die im Uefa-Cup sogar eine blamable Erstrundenpleite erlebt hatten, wurden vor 22 100 Zuschauern im Weserstadion vorgeführt. Nur gut 18 Minuten hielt das Hertha-Bollwerk, dann besiegelte Klasnic den Anfang vom Ende. Durch den VIP-Raum geisterte zur Halbzeit die Frage, ob "das denn die 1. Mannschaft von Hertha" ist. Die rund 300 Berliner Schlachtenbummler hatten in der Pause die Traversen frustriert verlassen, kamen dann aber wieder.

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