Ehrgeizige Pläne zum Stadionausbau
Der BVB ist auf gutem Weg zum Break Even

Nicht kleckern, sondern klotzen. Diese Überschrift könnte über dem Ausbauvorhaben stehen, mit dem Borussia Dortmund das Westfalenstadion fit für die Fußball-WM 2006 machen will. Nach den Plänen, die die Vereinsführung am Donnerstag präsentierte, wird die Arena schon ab der Saison 2003/2004 bis zu 66 000 Sitzplätze bieten. Bei Bundesligapartien sollen sogar 80 000 Fans Platz finden. Damit hätte der Revier-Klub das größte Stadion hier zu Lande.

dpa/rtr/thy DORTMUND. Mit dem geplanten Umbau, der im Mai beginnen soll und für den rund 18 Millionen Euro veranschlagt werden, will Dortmund Eindruck beim WM-Organisationskomitee (OK) machen, das am 15. April entscheidet, in welchen zwölf deutschen Städten Begegnungen des Weltturniers ausgetragen werden. OK-Aufsichtsratsmitglied Günter Netzer macht sich schon jetzt für die Heimstätte der Borussen stark: "Dortmund bekommt meine Stimme für ein Halbfinale bei der WM", erklärte er unlängst.

Das finanzielle Risiko des Ausbaus hält sich nach Meinung von BVB-Präsident Gerd Niebaum in Grenzen. Obwohl der Verein im Gegensatz zu einigen der 15 WM-Mitbewerber keine Landes- oder Bundesmittel erhalte, könne von einem monetären Abenteuer keine Rede sein. Im Gegenteil: "Wir rechnen mit Mehreinnahmen von knapp acht Millionen Euro pro Saison", erklärte Niebaum.

Der Optimismus des BVB-Präsidenten fußt sicher auch auf den positiven Halbjahreszahlen, die der einzige börsennotierte Bundesligist am Donnerstag präsentierte. In den ersten sechs Monaten des seit Juli laufenden Geschäftsjahres 2001/02 erwirtschaftete der Klub nach eigenen Angaben 3,2 Millionen Euro Überschuss. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft ohne Berücksichtigung der Kosten für den Börsengang in Höhe von 7,67 Millionen Euro ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Der Halbjahresumsatz kletterte um 42 Prozent auf 75,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde mit 4,8 Millionen Euro beziffert, die liquiden Mittel mit 152,7 Millionen Euro.

"Das Ergebnis war wie erwartet. Der Break Even dürfte in diesem Jahr erreicht werden", prognostiziert Markus Reck, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Allerdings sei der ausgewiesene Gewinn nicht operativ erwirtschaftet, sondern vor allem durch den Teilverkauf des Stadions erzielt worden. Niebaum will deshalb für das Gesamtjahr noch keinen Gewinn versprechen. Die BVB-Aktie legte am Donnerstag zeitweise rund 2,5 Prozent zu, am späten Nachmittag notierte sie mit gut 0,8 Prozent im Plus.

Der Klub führt das positive Ergebnis vor allem auf die Rückkehr der Profielf ins internationale Geschäft (im Uefa-Cup kämpfte die Borussia bei Redaktionsschluss noch gegen den OSC Lille um den Viertelfinaleinzug) und das gute Abschneiden in der Bundesliga (derzeit Tabellenplatz zwei) zurück. So verdiene der Verein allein durch TV-Einnahmen und Bandenwerbung drei bis vier Millionen Euro pro Uefa-Cup-Runde, erklärte Niebaum.

In den ersten sechs Monaten habe die Gesellschaft in allen klassischen Erlös-Segmenten höhere Umsätze erzielt. So seien die Erträge aus der Fernseh-Vermarktung nahezu verdoppelt worden. Beim Eintrittskartenverkauf betrage das Plus rund 40 Prozent, im Sponsoring 57 Prozent und im Merchandising gar 70 Prozent. Die Tochtergesellschaften Westfalenstadion Dortmund GmbH & Co. KG, der Sportartikelhersteller goool.de GmbH, das Internetunternehmen Sports & Bytes GmbH, das Reisebüro B.E.S.T. Borussia Euro Lloyd Sports Travel GmbH sowie das medizinische Leistungszentrum Orthomed GmbH hätten rund zehn Prozent zum Konzernumsatz beigetragen (Vorjahr: sieben Prozent).

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