Ehrgeizige Ziele nach Rekordverlust: Telefónica will Schulden bis 2006 ganz abbauen

Ehrgeizige Ziele nach Rekordverlust
Telefónica will Schulden bis 2006 ganz abbauen

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica will die Verschuldung des Unternehmens bis 2006 vollständig abbauen. Außerdem will der Konzern die Erlöse bis 2006 währungsbereinigt gegenüber 2002 um 50 Prozent steigern.

sk MADRID. Nach Vorlage eines Milliardenverlusts im vergangenen Geschäftsjahr hat sich Spaniens größter Telekommunikationskonzern Telefónica S.A. ehrgeizige Ziele gesetzt. Telefónica-Präsident César Alierta kündigte einen Tag vor der heute in Madrid statt findenden Hauptversammlung an, die Verschuldung des Unternehmens bis 2006 vollständig abbauen zu wollen. Ende 2002 lagen die Schulden bei 22,5 Mrd. Euro. Zudem will Telefónica die Erlöse bis 2006 währungsbereinigt gegenüber 2002 um 50 % steigern. Damit würde ein Umsatz von 42,6 Mrd. Euro erreicht.

Realisiert werden soll die Schuldentilgung unter anderem durch einen höheren Cash-Flow, der sich in den kommenden vier Jahren auf 20 Mrd. Euro summieren soll. Zudem rechnet Telefónica mit einer Steigerung der Kundenzahl von 90 auf 100 Millionen. Ziel ist die Marktführerschaft im spanischen und portugiesischen Sprachraum. Ralf Hallmann, Analyst der Bankgesellschaft Berlin, sagte, die Ziele "mögen ehrgeizig klingen", die Spanier seien aber "auf gutem Weg". Die Verschuldung liege schon heute deutlich niedriger als bei der Deutschen Telekom oder France Telecom. Telefónicas Angaben über den höheren Kapitalmittelzufluss hält er für "glaubhaft". Begünstigt werde das Ex-Staatsunternehmen davon, dass sich in Spanien ein nicht so starkes Marktumfeld gebildet habe wie in anderen europäischen Ländern. Zudem biete Lateinamerika trotz temporärer Verluste weiterhin große Wachstumschancen.

Für die kommenden vier Jahre kündigte Alierta höhere Dividendenzahlungen an. Für 2002 will Telefónica trotz des Nettoverlusts von 5,6 Mrd. Euro - der größte Verlust in der Unternehmensgeschichte nach Abschreibung der UMTS-Aktivitäten in Deutschland, der Schweiz und in Österreich - eine Dividende von 0,25 Euro je Anteilsschein zahlen. An der Börse in Madrid sorgten die Ankündigungen Aliertas für wenig Bewegung. Im Handelsverlauf pendelte der Kurs bei Plus-Minus-Null. Analysten sehen jedoch Spielraum in der Entwicklung des Papiers. Seit Januar hat Telefónica 15 % zugelegt.

Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind verhalten. Unternehmensangaben zufolge soll der Umsatz um maximal 8 % steigen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beziffert Telefónica auf ein Plus von 6 bis 9 %. Einzelheiten zu dem geplanten Verkauf des Anteils an dem privaten TV-Sender Antena 3 wollte Alierta nicht bekannt geben. Als möglicher Käufer gilt die RTL Group.

Quelle: Handelsblatt

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