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Eichel erwartet Wachstumsschub durch Euro

Politiker äußerten sich unmittelbar vor der Umstellung auf Euro optimistisch. Die neue Währung werde der Konjunktur neue Impulse geben.

ap FRANKFURT/MAIN. Im Zusammenhang mit der endgültigen Einführung des Euros haben EZB-Präsident Wim Duisenberg und Bundesfinanzminister Hans Eichel an Silvester mit optimistischen Wachstumsprognosen überrascht. Die Währungsumstellung werde der Konjunktur zusätzliche Impulse geben, sagte Eichel der Nachrichtenagentur AP. Duisenberg rechnet damit, dass die gemeinsame Währung ein zusätzliches Wachstum von einem Prozentpunkt erzeugen wird.

Das neue Geld "wird den Wettbewerbsdruck erhöhen", begründete der Finanzminister am Montag in Berlin seine Einschätzung. Ferner wies Eichel darauf hin, dass zum Wegfall der Gebühren für den Bargeldumtausch eine europaweite Preistransparenz komme. "Mit dem Euro einher gehen Deregulierung und Liberalisierung. Der Euro ist insofern ein Wachstumsprogramm", erklärte der SPD-Politiker. Duisenberg, der anlässlich einer Euro-Einführungs-Zeremonie in Frankfurt am Main sprach, stützte seine Erwartung auf wissenschaftliche Gutachten, die von einem Wachstumspotenzial von einem Prozent durch die gemeinsame Währung ausgingen. "Und wenn sie nur zur Hälfte Recht behielten, wäre dies schon eine riesige Leistung", fügte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hinzu.

Wenige Stunden vor der Ausgabe der neuen Scheine widersprach Eichel darüber hinaus Ängsten, der Euro könne schwächer sein als die Mark. Die guten Traditionen der Mark würden auch von dem neuen Geld weitergeführt: "Die Gemeinschaftwährung ist genauso hart wie die Mark. Auch der Euro wird uns Wachstum und Wohlstand bringen." Wie die Bundesbank verfolge auch die Europäische Zentralbank die Preisstabilität als oberstes Ziel.

Nach den Worten des EZB-Chefs hat der Euro seit Beginn der dritten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion im Januar 1999 bereits seine positiven Eigenschaften bewiesen. So habe die Gemeinschaftswährung im Inneren zu einer bemerkenswerten Preisstabilität geführt. Auch nach außen habe der Euro gezeigt, dass er schweren weltwirtschaftlichen und politischen Schocks standhalten könne.

Sparkassen stellten 140 Mill. Konten um

Die Einführung der neuen Scheine und Münzen wird laut Duisenberg nun in großem Ausmaß zu mehr Transparenz auf den innereuropäischen, aber auch auf den weltweiten Märkten beitragen. Zudem werde der Handel mit Waren erheblich erleichtert. Vor allem aber wird der Euro nach Ansicht des EZB-Chefs zu einem weiteren Zusammenwachsen Europas führen. Die gemeinsame Währung werde ein Katalysator sein für mehr Integration und allmählich zu einer gemeinsamen Steuer-, Sozial-, Verteidigungs- und Außenpolitik der Europäischen Union führen. "Das alles wird jetzt viel schneller gehen als ohne Euro", sagte Duisenberg.

Die deutschen Sparkassen haben nach eigenen Angaben vom vergangenen Freitag bis Silvester, 12.00 Uhr, insgesamt 140 Mill. Konten erfolgreich auf den Euro umgestellt. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Montag in Berlin mitteilte, werden ab dem Neujahrstag alle Geldbeträge auf den Kontoauszügen grundsätzlich in Euro ausgewiesen. Ferner seien Überweisungen ab dem Neujahrstag nur noch in der neuen Währung möglich, Überweisungen in Mark würden grundsätzlich nicht mehr akzeptiert, heißt es in der Mitteilung des Sparkassenverbandes.

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