Eichel sagt Hilfe zu
China setzt klares Signal für Transrapid

Chinas Regierung hat den Bau einer Transrapid-Strecke zwischen Peking und Schanghai in Aussicht gestellt. Bundesfinanzminister Eichel sagt Peking für den Fall einer Realisierung Hilfe zu.

mg/na/ink PEKING/BERLIN. China hat eine Vorentscheidung für den Bau der deutschen Magnetschnellbahn Transrapid zwischen Peking und Schanghai getroffen. Sollte sich die 33 Kilometer lange Flughafenverbindung in Schanghai bewähren, werde China den Transrapid auch zwischen den beiden Metropolen bauen, sagte Ministerpräsident Zhu Rongji gestern in Peking bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD). "Wenn die Demonstration in Schanghai ein Erfolg wird, dann werden wir früher als geplant die 1 250 Kilometer lange Magnetbahnstrecke zwischen Schanghai und Peking bauen", so Chinas Premier weiter.

Thyssen-Krupp-Vorstandschef Ekkehard Schulz sagte dem Handelsblatt, die Entwicklung sei ein "Durchbruch für die internationale Vermarktung des Transrapid". Er schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der Transrapid den Zuschlag für die Fernstrecke Peking-Schanghai erhält, inzwischen auf "über 50 %". Die Strecke gilt als Kronjuwel unter Chinas Infrastrukturprojekten im laufenden Jahrzehnt. Das Auftragsvolumen veranschlagt Kurt Bodewig in Übereinstimmung mit lokalen Schätzungen auf 50 Mrd. DM.

Wie gut die Chancen für den Bau der Langstrecke stehen, machten diplomatische Kreise am Beispiel der überdimensionierten Fertigungsstätte deutlich, die in Schanghai auf einer Länge von 1,8 Kilometer für die Herstellung des Transrapid-Fahrweges errichtet wird: "Es wäre irrsinnig, wenn man sie nur für 30 Kilometer Fahrweg einsetzen würde." Die Entscheidung über die Langstrecke soll 2003 fallen, wenn die Magnetbahnstrecke in Schanghai ihren Fahrbetrieb aufnimmt.

Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schultz und Technologie-Vorstand Eckhard Rohrkamp sprachen in Peking auch mit Bürgermeister Liu Qi über eine Transrapid-Strecke zum Flughafen der Hauptstadt. Für die geplante Trasse in Peking seien bereits Häuser abgerissen worden, berichteten informierte Kreise. Auch ein Umsteigebahnhof in der Stadt ist geplant.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) besuchte gestern mit seinem chinesischen Amtskollegen Xiang Huaicheng die Teststrecke des Transrapids in Lathen im Emsland. Für den Fall einer Realisierung des Großprojekts Peking-Schanghai bekräftigte Eichel, dass die Bundesrepublik entsprechende Bürgschaften übernehmen werde - auch wenn dies ein weiteres Engagement in Milliardenhöhe erfordert. Die Bundesregierung hat bereits für den Bau der 31 Kilometer langen Flughafenanbindung in Schanghai eine Kreditbürgschaft in Höhe von 1,044 Mrd. DM übernommen.

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