"Eichel verfehlt Sparziel 2002"
DIW erwartet Minus bei Steuereinnahmen

Die Haushälter von Bund und Ländern müssen sich warm anziehen. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin, müssen sie in diesem Jahr mit rund 5 Mrd. DM weniger Steuereinnahmen auskommen, als die Steuerschätzer im Mai kalkuliert hatten. Gegenüber dem Vorjahr fehlen damit rund 3 % der Steuereinnahmen. Grund ist nach DIW-Einschätzung die Steuerreform sowie die ungünstige Konjunkturentwicklung.

asr DÜSSELDORF. Gleichwohl dürften im kommenden Jahr die Steuereinnahmen wieder "leicht überproportional" zur nominalen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zunehmen und zwar um rund 4 %, heißt es im neuen DIW-Monatsbericht. In ihrer Prognose unterstellen die Ökonomen für dieses Jahr ein reales Wachstum von 1 %; nominal bedeutet dies einen Anstieg von 2,5 %. Für 2002 sei mit einem realen Wachstum von 2,3 % und einem nominalen von 3,6 % zu rechnen. Die Löhne und Gehälter dürften in diesem Jahr um 2,6 % und 2002 um 3 % "moderat expandieren".

Auf Basis dieser Daten erwarten die Ökonomen, dass trotz nur schwacher Zunahme bei den Ausgaben die Defizite von Bund, Ländern und Gemeinden dieses Jahr auf gut 80 Mrd. DM ansteigen werden - das Jahr 2000 konnte dank der UMTS-Milliarden mit einem Plus von 32 Mrd. DM abgeschlossen werden.

Defizitziel von 44 Mrd. DM erreichbar

Gleichwohl geht das DIW davon aus, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) in diesem Jahr sein Defizitziel von 44 Mrd. DM "wohl erreichen" wird. Für das kommende Jahr sei mit einem Defizit "in der gleichen Größenordnung" zu rechnen - damit würde Eichel sein Ziel, die Neuverschuldung auf 41 Mrd. DM zu drücken, verfehlen. Deutlich ungünstiger sieht die Situation bei Ländern und Kommunen aus. Die Haushalte der westdeutschen Länder müssen in diesem Jahr einen "drastischen Anstieg" ihrer Finanzierungsdefizite - von knapp 15 Mrd. DM auf 31 Mrd. DM - wegstecken.

Auch die Finanzlage der Gemeinden wird sich nach DIW-Berechnungen verschlechtern. Grund ist vor allem der Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen. Sie werden in diesem Jahr um 7,5 % hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%