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Eichel weist Bericht über Ein-Prozent-Wachstum zurück

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hat Berichte zurückgewiesen, wonach Experten seines Ministeriums für das laufende Jahr nur noch mit einem Wachstum von höchstens einem Prozent rechnen.

Reuters BERLIN. "Das ist falsch", sagte Eichel am Rande des informellen Treffens der EU-Finanzminister am Samstag im belgischen Lüttich. Die Minister wollten alles tun, um die Folgen der Anschläge in den USA einzuschränken und zu normal funktionierenden Märkten zurückzukehren. Unterdessen warnten Wirtschaftsforscher nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" vor massiven Arbeitsplatzverlusten in Deutschland wegen der negativen Auswirkungen der Anschläge auf die Weltwirtschaft.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte vorab berichtet, Eichels Experten erwarteten nurmehr höchstens ein Prozent Wachstum in diesem Jahr. Offiziell erwartet die Bundesregierung noch zwei Prozent, Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte aber eingeräumt, es könnten auch 1,5 bis zwei Prozent sein.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" erwartet der Konjunkturexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), Udo Ludwig, einen massiven Arbeitsplatzverlust in Deutschland. "Die Anschläge in den USA werden uns 100 000 Jobs kosten", sagte er der Zeitung. "Allein im Bank- und Versicherungsgewerbe werden tausende Arbeitsplätze wegfallen." Ludwig warnte: "Der Konsum in den USA ist schon vor dem Anschlag deutlich gesunken. Nach den Terrorakten sind die Käufer noch zurückhaltender geworden." Dies treffe insbesondere die deutsche Automobilindustrie. "Wir stehen nicht vor einer kleinen wirtschaftlichen Flaute. Vor uns liegt die Rezession." Am Mittwoch hatte Ludwig allerdings die Gefahren für die Konjunktur noch gering eingeschätzt: "Es wird wohl keine nennenswerte Effekte auf Preise und Nachfrage geben", hatte er gesagt.

Der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gustav Horn, sagte in der "Bild am Sonntag", besonders Banken und Versicherungen hätten die Folgen der Anschläge zu tragen: "Sie leiden unter der Flucht der Anleger aus dem Aktienmarkt und den milliardenschweren Schadenszahlungen, die nach den Anschlägen fällig werden." Schwierig sei die Lage auch bei den Fluglinien und Flugzeugherstellern. Mit Blick auf angekündigte Entlassungen bei US-Fluggesellschaften sagte Horn: "Da nutzen einige Fluglinien den Terror, um sich gesund zu schrumpfen." Er ergänzte: "Die können doch nicht innerhalb weniger Tage wissen, dass sie als Folge der Anschläge 20 % weniger Personal benötigen.

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