Eichels Eingeständnis blieb ohne Auswirkungen
Euro-Stärke sorgt für Käufe von Euro-Renten

Der anhaltende Kursanstieg des Euro hat am Montag weitere Anleger zum Kauf europäischer Staatsanleihen animiert. Die Kurse der Festverzinslichen stiegen. Am Vormittag hatte die Gemeinschaftswährung ein neues Vier-Jahres-Hoch von 1,1623 Dollar markiert. Das Eingeständnis verfehlter deutscher Haushaltsziele spielte nach Angaben von Marktteilnehmern dagegen keine Rolle.

Reuters FRANKFURT. "Investitionen im Euro-Raum werden immer attraktiver", sagte ein Händler. "Nicht nur, dass die Leitzinsen hier deutlich höher sind als in den USA, bei einem weiter steigenden Euro gewinnen die Renten durch die Wechselkurseffekte noch zusätzlich an Wert."

Auslöser für den erneuten Euro-Höhenflug waren nach Aussagen von Marktteilnehmern die jüngsten Aussagen von US-Finanzminister John Snow. Dieser hatte mit Äußerungen zur aktuellen Dollar-Schwäche Spekulationen um eine Abkehr der US-Regierung von ihrer Politik eines starke Dollar genährt. Allerdings konnte sich der Euro nicht lange über der Marke von 1,16 Dollar halten. Am Mittag lag der Kurs der Gemeinschaftswährung bei 1,1586/90 Dollar, nach einem Stand von 1,1486/92 Dollar bei Handelsschluss in New York am Freitag.

Die Schwäche der Aktienmärkte, die traditionell den Anleihen Auftrieb verleiht, spiele aktuell dagegen keine Rolle, hieß es weiter. "Schließlich sind wir schon seit heute Morgen fest und da waren die Aktien zunächst noch im Plus", sagte ein Rentenhändler. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hatte im frühen Handel zeitweise 0,6 Prozent über dem Vortagesschluss gelegen, war dann aber ins Minus gedreht.

Renten-Futures im Aufwind

Am Rentenmarkt lag der richtungsweisende Bund-Future am Mittag 28 Ticks im Plus bei 116,28 Punkten. Der Bobl-Future stieg derweil um 19 Ticks auf 112,67 Stellen, während der Schatz-Future zehn Ticks auf 106,54 Zähler zulegte.

Mit Blick auf die weiteren Aussichten der Staatsanleihen sagte ein anderer Börsianer: "Der Bund-Future kämpft jetzt mit einem starken Widerstand bei 116,38. Wenn er diese Marke knackt, haben wir noch Luft bis 117,23." Die führende zehnjährige Bundesanleihe notierte derweil 31 Ticks höher bei 104,79 Stellen und rentierte auf diesem Niveau bei 3,892 Prozent. Der Dax fiel bis zum Mittag um zwei Prozent auf 2896 Punkte.

Die börsennotierten öffentlichen Anleihen zogen am Montag im Kassa-Vergleich mehrheitlich an. Während 61 Papiere bis zu 0,33 Prozentpunkte gewannen, verloren sechs Titel bis zu 0,015 Prozentpunkte. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen fiel auf 3,62 (3,65) Prozent. Der Rex-Rentenindex stieg um 0,2 Prozent auf 119,5797 Stellen.

Eichel-Eingeständnis ohne Einfluss auf Rentenmärkte

"Sie wollen über Eichel sprechen? Wir wissen, dass die schwache Konjunktur, geringe Steuereinnahmen und der Haushalt für Deutschland einige Jahre ein Problem sein wird", sagte ein Amsterdamer Händler. Zuvor hatte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) gesagt, das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts 2006 sei nicht mehr haltbar. Außerdem werde die Neuverschuldung 2003 wie bereits im Vorjahr die im Maastrichter Vertrag festgesetzte Höchstgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes überschreiten.

Bond der Börse dreifach überzeichnet

Die am Freitag begebene Anleihe der Deutschen Börse mit einem Volumen von 500 Mill. ? und einer Laufzeit bis zum 23. Mai 2008 war nach Angaben des Unternehmens vom Montag dreifach überzeichnet. Die Nominalverzinsung (Kupon) belaufe sich auf 3,375 Prozent, hieß es weiter. Der Bond werde zum Ausgabepreis von 99,751 Prozent angeboten (Issue- und Reoffer-Preis). Daraus ergebe sich zur Bundesobligation (Bobl) der Serie 141 eine um 33,4 Basispunkte (Spread) höhere Rendite.

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