Eidgenossenschaft mögliches Hindernis für Fusion
Vor UMTS-Auktion dreht sich Swisscom-Gerüchtekarussell

Die britische Vodafone wolle sich mit einem Minderheitsanteil zwischen 20 und 30 % am Mobilfunkgeschäft der Swisscom beteiligen, berichtete die 'Sonntagszeitung'.

Reuters ZÜRICH. Das Gerüchtekarussell über mögliche Allianzen der Swisscom dreht sich im Vorfeld der UMTS-Auktion in der Schweiz am kommenden Montag immer schneller. Am Wochenende berichtete die "SonntagsZeitung", die britische Vodafone wolle sich mit einem Minderheitsanteil zwischen 20 und 30 % am Mobilfunkgeschäft der Swisscom beteiligen. Zuvor wurde auch schon die Deutsche Telekom als möglicher Partner genannt. Swisscom wollte die Gerüchte nicht kommentieren. An der Börse sorgten die Spekulationen für einen Anstieg der Swisscom-Aktie um knapp vier Prozent bis auf 467 sfr.

Swisscom-Chef Jens Alder hatte zuvor in verschiedenen Interviews erklärt, Swisscom strebe zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit Allianzen mit internationalen Partnern an. Alder nannte jedoch keine Namen. Zudem erklärte er, die deutsche Mobilfunk-Tochter Debitel führe Gespräche mit möglichen Partnern in Deutschland. Debitel war in Deutschland bei der Versteigerung der Versteigerung der Mobilfunklizenzen der dritten Generation (UMTS) nicht zum Zuge gekommen.

Alder betonte wiederholt, Swisscom strebe eine führende Stellung im europäischen Mobilfunkgeschäft an. Diesem Zweck soll auch die Ende August beschlossene Umstrukturierung von einer Stammhausorganisation zu einer Gruppe operativ selbstständiger Gesellschaft dienen. Auch die Swisscom-Mobilfunkeinheit Mobile Com wird per 1. Januar 2001 als eigenständige Division organisiert. Später kann die Division dann in eine eigenständige Aktiengesellschaft umgewandelt werden, an der sich andere Firmen beteiligen könnten.

Als Hinderniss für die Allianz-Pläne der Swisscom könnte sich die Eidgenossenschaft erweisen. Die Swisscom steht zu 65,5 % im Eigentum des Schweizer Staates. Und das Schweizer Telekommunikationsunternehmungsgesetz (TUG) schreibt vor, dass der Staat die Mehrheit an Swisscom und an wichtigen Konzerntöchtern halten muss. Zwar wird heftig über eine Privatisierung diskutiert. Formale Schritte zur Änderung des TUG stehen bisher noch aus.

In Bern ist noch alles offen. Hansruedi Moser, Informationschef der Bundeskanzlei sagte am Montag: "Ich kann die Gerüchte zu Swisscom und Vodafone nicht kommentieren. Ich kann nur sagen, die Schweizer Regierung hat noch nicht entschieden, ob die Swisscom einen Teil ihrer Mobilfunksparte verkaufen kann". Ob der Bundesrat (Regierung) am Mittwoch über die Swisscom berate, konnte Moser nicht sagen. Der Bundesrat könne jederzeit kurzfristig Themen aufgreifen.

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