Eigene Kandidatur schliesst Möllemann aus
Möllemann gegen Wiederwahl von Gerhardt

Reuters BERLIN. Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen FDP, Jürgen Möllemann, hat Parteichef Wolfgang Gerhardt empfohlen, keine Wiederwahl als FDP-Bundesvorsitzender anzustreben. Er würde sich wünschen, dass Gerhardt sich künftig auf die Führung der FDP-Bundestagsfraktion konzentrierte, sagte Möllemann am Donnerstag vor Journalisten in Berlin. Wer auf dem Düsseldorfer Bundesparteitag der FDP im Mai 2001 für den Parteivorsitz antrete, sei noch offen. Hier werde es voraussichtlich erst nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im März nächsten Jahres Klarheit geben.

Für sich selbst schloss Möllemann eine Kandidatur aus. "Jeder weiß, dass Guido Westerwelle für sich die Frage stellt", beschrieb er die Interessenlage des jetzigen Generalsekretärs der FDP. Auch der jetzige stellvertretende Bundesvorsitzende Rainer Brüderle und der baden-württembergische Landesvorsitzende Walter Döring prüften offenbar noch, ob sie Anspruch auf die Führung der Bundespartei erheben sollten. Es treffe jedoch nicht zu, dass er, Möllemann, Brüderle, Döring und der schleswig-holsteinische Landeschef Wolfgang Kubicki verabredet hätten, Gerhardt nach den Landtagswahlen des nächsten Jahres zum Rücktritt zu drängen. Gerhardt tritt am Montag nächster Woche zur Wiederwahl als Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion an.

Möllemann kündigte für den Parteitag drei Anträge des von ihm geführten Landesverbands an. Zum einen solle die Partei sich auf das Ziel festlegen, 2002 bei der Bundestagswahl 18 % der Stimmen anzustreben. Zum anderen solle sie ohne Koalitionsaussage, aber mit einem eigenen Kanzlerkandidaten in den Wahlkampf gehen. In dessen Kür solle die Bevölkerung über das Internet oder mit Telefon-Abstimmungen einbezogen werden, da es unzweifelhaft sei, "dass der Köder nicht dem Angler, sondern dem Fisch schmecken muss".

Die FDP hält am Wochenende in Mainz eine Strategie-Konferenz ab. Sie dient nach Möllemanns Worten aber noch nicht der Festlegung auf eine Strategie für die Bundestagswahl.

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