Eigene Läden und Vertriebskooperationen mit Debitel und Fachhändlern
Quam startet als fünfter Mobilfunker

Quam, das deutsche Mobilfunkunternehmen von Telefónica und Sonera, nimmt sein Mobilfunknetz in Betrieb. Damit können Kunden in Deutschland jetzt zwischen fünf Netzbetreibern wählen. Der Newcomer setzt auf die Verbindung von Handy und Taschencomputer.

dri/sk BERLIN/MADRID. Wie ein Mobilfunkshop sieht der neu eröffnete Quam-Laden am Berliner Kudamm nicht aus. Auf 360 Quadratmetern im gehobenen Ikea-Design stellt der Mobilfunk-Newcomer Handys in Glasvitrinen aus, demonstriert Datendienste an Flachbildschirmen und bittet die Kunden, an einem der Beratungstische Platz zu nehmen. Für Kinder gibt?s eine Mal- und Spielecke, am anderen Ende des Raumes eine Kaffeebar und ein bequemes Sofa.

In 15 Städten eröffnet Quam gerade Läden in den besten Einkaufslagen. "Wir müssen erst einmal bekannt werden", erklärt ein Unternehmenssprecher den Aufwand zum Marktstart. Ab heute wirbt Quam, ein Joint Venture von Telefónica Móviles (57 %) und Sonera (43 %), als fünfter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland um Kunden. Das Joint Venture hatte im vergangenen Jahr für 16 Mrd. DM eine der sechs deutschen UMTS-Lizenzen ersteigert und im April Kapazitäten im E-Plus-Netz gemietet, um schon vor dem UMTS-Start ins Geschäft zu kommen. Auch in Österreich und Italien suchen Quams Schwester-Unternehmen nach einem Kooperationspartner unter den existierenden Netzbetreibern, sagte ein Telefónica-Sprecher.

Das Quam Vertriebsnetz umfasst darüber hinaus 800 Fachhändler mit 2000 Shops. Zum Vertriebschef wurde Stefan Koetz, 39, ernannt. Außerdem wird Debitel, mit 5000 Verkaufsstellen der größte Mobilfunkserviceprovider, Quam-Produkte im Programm haben. Nach Branchenschätzungen lässt sich das Unternehmen den Marktstart bis Ende des Jahres 50 Mill. DM kosten.

Quam will sich vor allem mit mobilen Internet-Zugängen von den Konkurrenten T-Mobile, D2 Vodafone, E-Plus, Viag Interkom unterscheiden. Quam bietet ein Paket aus Handy und Taschencomputer an, mit dem E-Mails versendet und im Internet gesurft werden kann. Zusätzlich können sich Kunden eine Aufsteckkamera kaufen, um Fotos an E-Mails anzuhängen. Mit dem Kombiprodukt tritt Quam besonders zu Viag Interkom in Konkurrenz, die ab Frühjahr ein Kombigerät aus Taschencomputer und Handy anbieten will.

Quam startet in schwierigen Zeiten. Der Mobilfunkmarkt ist gesättigt. Etwa 70 Prozent der Deutschen haben schon ein Handy. "Wir setzen auf Wechselkunden, nicht auf Neukunden", sagt ein Quam-Sprecher. Zudem machen es die etablierten Konkurrenten dem Newcomer, der in den nächsten Wochen wahrscheinlich noch mit technischen Schwierigkeiten kämpfen wird, das Leben nicht leicht. So werden T-Mobile und D2 erst im nächsten Jahr Anrufe aus dem Quam-Netz annehmen. Bis dahin will Quam eine Servicenummer schalten, über die Gespräche von Quam-Handys in die D-Netze über das Festnetz vermittelt werden.

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