Eigene liberale Kandidatur
Westerwelle liebäugelt mit Kanzlerkandidatur

Nach dem großen Wahlerfolg der FDP in Sachsen-Anhalt wird Parteichef Guido Westerwelle möglicherweise doch noch als Kanzlerkandidat der Liberalen zur Bundestagswahl antreten.

dpa BERLIN. Er werde jetzt intensiv darüber nachdenken, ob er dem Beispiel der erfolgreichen FDP-Spitzenkandidatin in Sachsen Anhalt, der Generalsekretärin Cornelia Pieper, folgen solle, sagte Westerwelle am Montag in Berlin. Pieper war als Kandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten in Magdeburg angetreten.

Für die Aufstellung eines eigenen FDP-Kanzlerkandidaten hatte sich vor rund einem Jahr der nordrhein-westfälische FDP-Chef Jürgen Möllemann vergeblich stark gemacht. Westerwelle hatte dies stets mit dem Argument abgelehnt, hier werde "Mut zu Übermut". Pieper betonte, sie sei weiter Ministerpräsidentin-Kandidatin in Sachsen-Anhalt. Auch darüber werde in Koalitionsverhandlungen mit der CDU zu reden sein.

Der Parteichef und die Generalsekretärin werteten den 13,3 Prozent-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt als "hervorragende Ausgangslage" für das 18-Prozent-Ziel der Liberalen für die Bundestagswahl am 22. September. Nach Hamburg und Berlin sei mit einem "grandiosen Ergebnis" nun auch in Sachsen-Anhalt der Wiedereinzug ins Parlament geschafft. Der Kurs der Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der FDP sei erneut bestätigt worden. Die FDP sei eine Partei für das ganze Volk und werde von allen Bevölkerungs- und Altersgruppen gewählt.

Westerwelle bekräftigte, die FDP werde ohne Koalitionsaussage in die Bundestagswahl gehen. "Schwarz-Gelb oder Rot-Gelb ist immer noch besser als Rot-Rot." Die FDP sei eine echte Alternative der Mitte zur konservativen Grundhaltung des Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) und zu Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der mit Grünen und PDS immer weiter nach links drifte. Pieper meinte, mit der Wahl in Sachsen-Anhalt sei Rot-Grün für die Bundestagswahl abgewählt.

Pieper ließ weiter offen, ob sie in einer CDU/FDP-Koalition in Magdeburg für ein Ministeramt zur Verfügung steht. Sie wolle zunächst Generalsekretärin der FDP bleiben, zugleich aber ihr Landtagsmandat in Sachsen-Anhalt annehmen und die Verhandlungen mit der CDU führen, sagte sie. In FDP-Kreisen hieß es, wenn Pieper Regierungsmitglied in Magdeburg werde, sei es sicher, dass sie ihr Amt als Generalsekretärin zur Verfügung stelle. Westerwelle sagte, er schließe nichts aus.

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