Eigenhandel wurde schon vor Wochen zurückgefahren
Geldinstitute reduzieren offene Handelspositionen

Deutsche Banken haben ihre Vorsichtsmaßnahmen im Eigenhandel verschärft, aber bislang keine negativen Auswirkungen durch den Irak-Krieg registriert.

FRANKFURT/M. Deutsche Banken haben ihre Vorsichtsmaßnahmen im Eigenhandel verschärft, aber bislang keine negativen Auswirkungen durch den Irak-Krieg registriert. "Das Geschäft läuft wie immer", sagte ein Sprecher der Hypo Vereinsbank - (HVB) gestern. "So ruhig wie heute war es lange nicht mehr", sagt Rudolf Duttweiler, der das Treasury der Commerzbank leitet. Der Markt habe sich seit langem auf den Kriegsbeginn eingestellt.

Zu beobachten ist aber, dass einige Institute vor allem im Aktiengeschäft seit geraumer Zeit sehr vorsichtig agieren. "Wir gehen immer mehr dazu über, die offenen Positionen am Abend glattzustellen", sagt der HVB-Sprecher. Das werde sich nun wegen des Krieges verstärken. Dem schlossen sich Vertreter anderer Großbanken an. Arnd Stricker, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der Helaba, sagt hingegen: "Wir halten auch kleinere Positionen über Nacht." Die Bank habe aber vor zwei bis drei Wochen ihre eigenen Positionen angesichts der hohen Volatilität der Märkte generell reduziert. Auch die Commerzbank habe im Eigenhandel seit längerem ihre Positionen zurückgefahren, sagt Duttweiler. Ertragseinbußen fürchtet er nicht. Im Gegenteil: "Wir vermeiden Verluste, indem wir auf Spekulationen verzichten."

Welche Konsequenzen der Krieg für die Commerzbank habe, sei nicht abzusehen, sagte ein Sprecher ergänzend. Unmittelbare Folgen seien nicht zu erwarten. Die Bank werde keine Geschäfte wegen des Kriegs einschränken. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen könnten aber zu Ertragsausfällen führen.

Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt sagte: "Dies ist und bleibt eine Situation großer Unsicherheit. Unsicherheit ist immer schlecht für die Märkte."

Gerry Rawcliffe von der Ratingagentur Fitch erwartet wie sein Kollege Michael Zlotnik von Standard & Poor?s keine substanziellen Folgen des Krieges für die großen europäischen Banken. Nur bei einem langen Krieg würden sie etwa durch Aktien- und Kreditabschreibungen belastet, sagt Rawcliffe . "Aber das wäre nur die Fortsetzung dessen, was wir ohnehin im Markt sehen." Nach heutigem Wissen gebe es keinen Anlass für Herabstufungen.

Direkte Auswirkungen erwarten auch andere Experten kaum. "Wenn Schwierigkeiten kommen, dann über die Märkte," erklärte der Bundesverband deutscher Banken. Nach Ansicht der der Volks- und Raiffeisenbanken ist die dezentrale Finanzinfrastruktur hier ein Vorteil für Deutschlands Banken.

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