Eigenkapital für klassische Industriebranchen
Citigroup finanziert Beteiligungs-Fonds

Der US-Finanzkonzern Citigroup verspricht sich Chancen vom wachsenden Eigenkapitalbedarf des Mittelstandes in Europa. Zu diesem Zweck hat die Citigroup jetzt 250 Mill. Dollar für die Anfang September dieses Jahres gegründete Private Equity-Gesellschaft Stirling Square Capital Partners mit Sitz in London bereitgestellt. Damit schließt die Citigroup eine Lücke in ihrer Beteiligungsstrategie, die in Europa bisher eher auf sehr große Transaktionen abzielte.

pk FRANKFURT/M. "Wir wollen in erster Linie Beteiligungen an Firmen mit einem Unternehmenswert zwischen 50 Mill. und 500 Mill. Euro eingehen", sagte Jakob Förschner, Partner bei Stirling Square Capital und dort zuständig für den deutschsprachigen Raum in Europa. Dabei habe man sowohl Abspaltungen von Konzernen als auch Familienunternehmen im Blick, die eine Nachfolgeregelung suchten oder sich ebenfalls auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollten.

Der Buyout-Fonds strebt laut Förschner üblicherweise eine Mehrheitsbeteiligung an den Unternehmen an. Geplant seien in der ersten Phase rund zehn bis 15 Transaktionen. Der Fonds habe eine Lebensdauer von rund fünf Jahren. Gesucht seien vor allem Zielunternehmen aus klassischen Industriebranchen wie dem Maschinenbau. "Turnaround"-Situationen, bei denen Not leidende Firmen wieder auf Kurs gebracht werden, meide man dagegen, sagte Förschner im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Durch das europäische Netzwerk werde Stirling Square Capital versuchen, beispielsweise einen Mittelständler aus Oberitalien mit einem deutschen Familienunternehmen zusammenzubringen, wenn eine Kombination sinnvoll erscheine. Durch die Citigroup als Hauptinvestor habe man neben einem gewissen "Branding" auch vollen Zugang zu den Datenbanken des US-Konzerns. Dies erleichtere das Research erheblich, meinte Förschner. Das Mittelstands-Thema, das bisher für die Beteiligungsbranche nicht die erhoffte Bedeutung erlangt hat, komme langsam in Schwung. Pro Tag schaue man sich durchschnittlich zwei Situationen an, so Förschner. Angesichts der zurückhaltenden Kreditvergabe der Banken öffneten sich viele Unternehmen für Beteiligungskapital.

Die Frage, ob kleinere oder große Buyout-Fonds die besseren Renditen bringen, wird momentan lebhaft diskutiert unter den Wagniskapitalgebern. Henderson Private Capital und Feri Alternative Assets haben jüngst einen Performancevergleich publiziert, demzufolge kleine Private Equity-Fonds seit 1987 im Schnitt um über 800 Basispunkte p.a. besser abschnitten. Kleine Fonds hätten mehr Anlagemöglichkeiten, bezahlten niedrigere Einstiegspreise und sorgten für schnellere Kapitalrückflüsse, lautet das Fazit der Untersuchung.

Quelle: Handelsblatt

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